Wieder ging in Furtwangen ein Monat mit deutlich erhöhten Temperaturen zu Ende: Der November war um 2,7 Grad zu warm. Er steht damit auf Platz sechs in der nunmehr 42-jährigen Wetterstatistik. Zugleich war es im Schwarzwald sehr sonnig und trocken. 16 Monate lang war es in Furtwangen durchgehend zu warm gewesen, wie aus der Statistik hervorgeht. Dann war der Oktober erstmals wieder mittelmäßig, und nun lag der November erneut deutlich über dem Durchschnitt.

Extrem milder Start

Der Monat startete bereits extrem mild: In der Nacht zum 2. November sank die Temperatur nicht unter 10,5 Grad – ein Spitzenwert um diese Jahreszeit. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 war es bisher lediglich ein einziges Mal, nämlich 2015, genauso mild gewesen.

Abschluss mit mäßiger Kälte

Die Mittagstemperaturen waren hingegen in den letzten Wochen nicht ungewöhnlich. Mit 17 Grad war der 7. November der wärmste Tag des Monats. In früheren Jahren waren hingegen vereinzelt schon Tage mit knapp über 20 Grad gemessen worden. Der kälteste Novembertag war in diesem Jahr der letzte: Minus 9 Grad wurden am Morgen des 30. November an der Wetterstation auf dem Kussenhof gemessen. Das war freilich eine eher mäßige Kälte; 1993 war es um diese Jahreszeit minus 17,5 Grad kalt.

Herbst um 1,7 Grad zu warm

Der Herbst des Jahre 2020, der aus meteorologischer Sicht mit dem November bereits zu Ende gegangen ist, war in Furtwangen um 1,7 Grad zu warm, wie aus den Aufzeichnungen hervorgeht. Er war damit der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 42 Jahren. Nur in den Jahren 2006 und 2014 war der Herbst noch etwas wärmer gewesen, 2011 lag gleichauf. Das Jahr 2020 unterdessen liegt vier Wochen vor Silvester rund 2,2 Grad im Plus und könnte damit als das bisher wärmste enden – also sogar das Rekordjahr 2003 übertreffen.

Nur spärliche Niederschläge

Spärlich waren im November die Regenfälle. Gerade 78 Liter gingen pro Quadratmeter nieder, das war nur knapp die Hälfte des langjährigen Mittelwertes. Gleichwohl lag Furtwangen damit im Spitzenbereich von ganz Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) resümiert: „Den insgesamt meisten Niederschlag erhielt der Schwarzwald mit örtlich bis zu 80 Liter pro Quadratmeter.“

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Alleine 35,6 Liter pro Quadratmeter, also 45 Prozent der Monatsmenge, fielen in Furtwangen am 1. November. Auch mit diesem Tageswert lag Furtwangen bundesweit fast an der Spitze: Der DWD bezifferte die größte Regenmenge in Deutschland binnen eines Tages im vergangenen Monat auf 37,1 Liter am 1. November in Baiersbronn-Mitteltal.

Nachdem in Furtwangen der September bereits knapp und der Oktober dann deutlich überdurchschnittlich reich an Regen waren, kam nun der Herbst in der Gesamtbilanz auf einen mittelmäßigen Wert. Das Jahr 2020 allerdings liegt einen Monat vor seinem Ende noch rund sieben Prozent im Minus, was die Niederschläge betrifft.

Reichlich Sonne

Mit knapp 50 Kilowattstunden je Quadratmeter gab es im November so viel Sonne wie zuletzt 2011. Gemessen an einem durchschnittlichen November lag der Überschuss bei 36 Prozent. Der Herbst lag insgesamt betrachtet um sieben Prozent im Plus. Das Jahr 2020 hat unterdessen gerade die Summe von 1200 Kilowattstunden pro Quadratmeter überschritten; damit lag die eingestrahlte Solarenergie bislang um acht Prozent über dem Normalwert.