Über eine Woche ohne funktionierenden Internet- und Festnetz-Anschluss, und das in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling. Dieses Schreckgespenst wurde für einen Mann und seine Familie in Schönenbach wahr. Und er war nicht der einzig Betroffene.

Die Leidensgeschichte des Mannes aus Schönenbach reicht weiter zurück. Vor über zweieinhalb Jahren, im Mai 2018, wechselte er im Vertrauen, dass er zeitnah schnelles Internet erhält, von seinem bisherigen Anbieter, der Telekom, zur Firma Stiegeler. Die Firma Stiegeler arbeitet mit dem Zweckverband Breitbandversorgung zusammen, der den Ausbau des Glasfasernetzes im Schwarzwald-Baar-Kreis voranbringt.

Schnelle Datenautobahn lässt auf sich warten

Doch die „zeitnahe“ Aussicht auf die Datenautobahn hat sich verzögert. Und er und andere Betroffene im zweiten Ausbauabschnitt für das Breitband im Bereich Furtwangen und Schönenbach müssen sich noch weiter gedulden.

Ursprünglich sollte besagter zweiter Abschnitt „zeitnah“ mit Landesförderung ausgebaut werden, erklärt Katrin Merklinger, Pressesprecherin des Zweckverbands Breitbandversorgung. Doch dann habe es neue, interessante Möglichkeiten der Bundesförderung gegeben, weshalb der Zweckverband Förderanträge beim Bund erneut stellte, was bei „zig Projekten“ zu Verzögerungen von einem bis zwei Jahren geführt habe. Angesichts der umfangreichen Zuschüsse wurde die Verzögerung von den Beteiligten notgedrungen hingenommen.

Neue Zuschüsse verzögern Breitband-Projekt

Wie Merklinger anmerkt, übernehme der Bund bis zu 50 Prozent der Kosten. Dieser Förderantrag sei für den zweiten Ausbauabschnitt in Furtwangen im August 2020 bewilligt worden. Derzeit laufe ein weiterer Förderantrag beim Land, wodurch bis zu 40 Prozent der Bausumme finanziert werden könnte.

Insgesamt wäre das also eine bis zu 90-prozentige Förderung, so dass die Kommune nur noch zehn Prozent der Kosten tragen müsste. Mit einem Entscheid des Landes rechnet Merklinger im Frühjahr. Dann ginge es an die Feinplanung und schließlich die Ausschreibung.

Erst Mitte 2022 schneller Internetanschluss

Mit dem tatsächlichen Ausbau des zweiten Bauabschnitts könnte dann in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden, so die Hoffnung des Zweckverbandes. Nach vorläufiger Planung hätten die Anschlussnehmer im zweiten Bauabschnitt Mitte 2022 ihren schnellen Internetanschluss.

Firma Stiegeler spricht von „menschlichem Versagen“

Erst dann also könnte die Firma Stiegeler tatsächlich das schnelle Internet ihren Kunden dort zur Verfügung stellen. Bis es soweit ist, verlängert sich der eigentlich beendete Vertrag beim bisherigen Anbieter immer wieder um eine gewisse Zeit. Bislang habe das auch reibungslos funktioniert, ist von Marina Stiegeler zu erfahren. Sie leitet bei Stiegeler den Bereich Marketing und Kommunikation. Doch nun sei „das erste Mal“ ein Fehler unterlaufen. Sie spricht von „menschlichem Versagen“, wodurch das sogenannte Portierungsdatum nicht rechtzeitig verlängert wurde. Im Fall des Kunden aus Schönenbach hatte deshalb die Telekom seinen Anschluss am 11. Januar abgeschaltet.

Eine Herausforderung

Kein Festnetzanschluss, kein Internet und die Kinder im Homeschooling, lautete seither die Herausforderung für die betroffene Familie. Der Mann hielt Kontakt mit der Firma Stiegeler. Diese wiederum mit der Telekom. Ursprünglich hieß es, dass bis zum Abend am selben Tag des Ausfalls, also am 11. Januar, alles wieder funktioniere. Doch das erwies sich als falsch.

Nach vielen Telefonaten von verschiedenen Seiten gab es schließlich am 19. Januar Entwarnung: Festnetzanschluss und Internet liefen wieder – nach acht Tagen Ausfall. Die Telekom hatte den Anschluss wieder freigeschaltet.

Kunden sehr verärgert

Wie Marina Stiegeler einräumt, sei der Kunde aus Schönenbach nicht allein betroffen gewesen. Insgesamt habe es 15 Personen im Schwarzwald-Baar-Kreis gegeben, die durch das Versäumnis bei Stiegeler ab 11. Januar für mehrere Tage ohne Internetanschluss gewesen seien. Von denen seien viele „sehr, sehr verärgert“ gewesen. „Das tut uns wahnsinnig leid“, betont Marina Stiegeler.

Was die Firma Stiegeler zu einer schnellen Lösung des Problems beitragen konnte, sei unverzüglich geschehen. Mit den bisherigen Anbietern der betroffenen Kunden sei man in engem Kontakt gestanden. Bis spätestens Dienstag seien dann alle der 15 betroffenen Kunden wieder mit Internet versorgt gewesen.