Die Möglichkeit der Briefwahl wird in Furtwangen stärker denn je in Anspruch genommen. Allerdings ist auf den Wahlunterlagen die Adresse des Bürgerbüros in der Friedrichstraße 4 angegeben, wo es gar keinen Briefkasten gibt.

Kritik an „Schildbürgerstreich“

So wollte kürzlich eine Frau aus Furtwangen ihre Briefwahlunterlagen in der Friedrichstraße 4 abgeben, stellte aber dann fest, dass es dort keinen Briefkasten gibt. Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht sie von einem „Schildbürgerstreich“, der schon bei der vorigen Wahl den einen oder anderen Wähler verärgert habe.

Zwei Hinweise an der Türe

An der Türe des Bürgerbüros gebe es zwei Hinweise. Auf dem einen werde erklärt, dass die Einrichtung für den Publikumsverkehr derzeit wegen der Pandemie geschlossen, eine Terminabsprache für einen Besuch vor Ort aber möglich sei. Auf dem zweiten Zettel sei vermerkt, dass Post beim Rathaus auf dem Marktplatz eingeworfen werden könne.

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Hauptamtsleiter Marcel Schneider erklärt, dass nach Terminabsprache Wahlunterlagen auch im Bürgerbüro abgegeben werden könnten. Anträge für die Briefwahl seien auch online oder postalisch möglich.

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Bei Wahlen sei es üblich, die Adresse Friedrichstraße 4 anzugeben, weil dort das hierfür zuständige Ordnungsamt beheimatet sei. Vor der Pandemie sei das Bürgerbüro für den Publikumsverkehr geöffnet gewesen. Möglicherweise sei die Frau, die sich nun zu Wort meldete, bei einer vorausgegangenen Wahl aber außerhalb der Öffnungszeiten dort gewesen und habe deshalb gleichfalls vor verschlossenen Türen gestanden, erklärt Schneider.

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Wobei die Furtwangerin dieses Argument nicht gelten lässt. Im Gespräch betont sie, dass sie als Wählerin davon ausgehe, dass sie ihre Briefwahlunterlagen jederzeit an der angegebenen Adresse Friedrichstraße 4 abgeben könne und sich dabei nicht an Öffnungszeiten halten müsse. So würden die Leute „hin und her geschickt“ und müssten dann noch zum Rathaus, um den Briefkasten dort zu nutzen. „Das ist einfach nicht in Ordnung.“

Hauptamtsleiter Schneider merkt an, dass das Bürgerbüro und das Rathaus am Marktplatz 210 Meter Fußweg auseinanderlägen. Ihm seien keine Beschwerden von weiteren Bürgern bekannt, die einen fehlenden Briefkasten in der Friedrichstraße 4 bemängelt hätten. Wobei das Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung angesprochen worden sei. Die Stadtverwaltung sagte zu, die Information an die Presse weiterzugeben.

Schon 1206 Briefwähler

Die Briefwahl wird in Pandemiezeiten stark in Anspruch genommen. Alleine bis Montagmittag hatten von den insgesamt 6248 Wahlberechtigten in Furtwangen bereits 1206 die Briefwahl beantragt, informiert Schneider. Das sei so viel, wie es bei vergangenen Wahlen jeweils Briefwähler insgesamt gegeben habe. Und bis zur Landtagswahl am 14. März sind es ja noch zweieinhalb Wochen, weshalb Schneider davon ausgeht, dass noch etliche Briefwähler hinzukommen.

Viele fordern Unterlagen digital an

Die Möglichkeit, die Briefwahlunterlagen digital anzufordern, wird ebenfalls stark in Anspruch genommen. So seien von den bislang 1206 beantragten Briefwahlunterlagen 626 übers Internet angefordert worden, der Rest schriftlich und vereinzelt auch per E-Mail. Um der erwarteten Flut an Briefwahlstimmen gerecht zu werden, sei die Zahl der Briefwahlbezirke von bislang einem auf zwei erweitert worden, so Schneider.