Furtwangen hat ein neues Museum: das Kirner-Kabinett. Es ehrt den Maler Johann Baptist Kirner. Am Gebäude der Volksbank, in dem es untergebracht ist, prangt ein Banner als Hinweis. Geehrt wird damit ein Sohn der Stadt: Johann Baptist Kirner.

Geboren im Jahre 1806

Der Maler wurde am 24. Juni 1806 im Schuhpeterhaus geboren. Früh wurde sein Talent entdeckt. Lehrjahre bei einem Kutschenmaler und Lackierer in Freiburg und bei einem Villinger Dekorations- und Zimmermaler sorgten für handwerkliche Erfahrungen.

Ehrenmitglied der Königlich Bayerischen Akademie der bildenden Künste

1822 kam er durch Vermittlung seines Bruders Lukas zur Augsburger Kunstschule, und zwei Jahre später wechselte er zur Münchner Königlich Bayerischen Akademie der bildenden Künste, von der er 1836 zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Besonders als Genremaler bekannt

Kirner nahm sich historischer Themen an und wurde besonders als Genremaler bekannt. Mit Bleistift, Aquarell- oder Ölfarben hielt er alltägliche Szenen fest, die großes Einfühlungsvermögen, eine präzise Sichtweise und manch humorigen Anflug beweisen. Nicht umsonst wurde er als „Spitzweg des Schwarzwaldes“ bezeichnet.

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Badischer Großherzog fördert Kirner

Förderung erfuhr er von Leopold I. von Baden, der ihm einen Italienaufenthalt ermöglichte. Zusammen mit dem Menzenschwander Franz Xaver Winterhalter hielt er sich in Rom auf. Er reiste nach Neapel, Wien und Karlsruhe, wo er Hofmaler wurde. Nach einem München-Aufenthalt kehrte er nach Furtwangen zurück, wo er am 19. November 1866 verstarb.

Ausdrucksstark und mit Witz

Rund 100 Exponate werden gezeigt. Die Beobachtungsgabe wird spürbar. Ausdrucksstarke Porträtgestaltung, witzige Karikaturen, zahlreiche Genreszenen, die italienischen Impressionen oder die vielen Skizzen sind thematisch geordnet und zeichnen latent den Lebenslauf und die künstlerische Entwicklung nach. „Des g‘fallt mer. Sell mol i grad uff“, schien Kirners Motto gewesen zu sein. Nur wenige Hauptwerke sind ausgestellt, dafür manch schönes kleinere Ölbild oder Lithografien von Originalen.

Badischer Hofmaler

Ergänzt wird alles durch eine Vitrine mit Skizzenbüchern und Malutensilien. Daneben unterstreichen Urkunden den Stellenwert des badischen Hofmalers, und eine Extrawand erinnert an Bruder Lukas Kirner. Ein Porträt von Karoline Dufner, der Schwester beider Maler, stellt die Beziehung zum Initiator des Kabinetts Guido Staeb her. Sie war seine Ururgroßmutter.

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Sie haben mitgeholfen

Elke Schön, Colette Prost, Christine Kahlert, Margarete Löhe-Rieber, Antonia Schwer, Brigitte Hupfer und Rolf Wehrle halfen und helfen. Unterstützung gab es auch von Bürgermeister Josef Herdner, und eine wertvolle Mitstreiterin war Ehefrau Brigitte Staeb.

Guido Staeb betont, dass Furtwangen unbedingt ein Kirner-Museum „als bleibende Sache“ braucht. Immerhin war der Künstler europaweit bekannt, und lohnende Ausstellungsstücke sind vorhanden.

Staeb, dessen Vater Fallebengel war, wuchs in Furtwangen auf und kommt immer wieder zu 1942er-Schülertreffen. Seine Großmutter Hulda Pfrengle setzte sich für die Kirnerstraße ein und auch das „Kirnerstüble“ erhält das Gedenken aufrecht.

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