Er ist das Oberhaupt von rund 450 Mitgliedern und zieht Corona-Zwischenbilanz: Zunftmeister Dirk Friese von der Narrenzunft Furtwangen. Zu dem Verein gehören die Alte Jungfere, der Bodenwälder, die Fuhrkigili, die Hanseli, die Narrenbaumsetzer, die Spättle und die Stadthexen.

Die Narren von Konstanz bis Köln sind in einer Corona-bedingt in einer Zwickmühle, die von Politikern gebastelt wird – soll man wegen Covid-19-Risiken lieber auf Karneval und Co. verzichten – oder reicht es, wenn Corona-Hygieneregeln an Fastnacht eingehalten werden?

Hinarbeiten auf normale Fasnet

Die Furtwanger Narren werden definitiv planen und auf eine normale Fasnet hinarbeiten. Mit der Stadt sollen Hallenbesetzungen, Mieten oder Umzüge besprochen. Musikgruppen werden engagiert, allerdings mit Rücktrittsklauseln.

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Viel kann sich ändern in einem halben Jahr

Nach momentaner Lage könne man nichts verwirklichen, doch in einem halben Jahr könne alles anders aussehen, so Friese. Bei der Großveranstaltung Elfi-Mess wird man sich noch Gedanken machen, denn für bisherige Teilnehmerzahlen wäre die Festhalle zu klein. Man denkt an eine Sporthalle oder gar an ein Festzelt.

Löcher in der Kasse

Die Narren stehen in den Startlöchern, und Löcher in der Kasse hat es bereits durch den Ausfall von Trödlermarkt, Bikemarathon und Kulturwoche gegeben. Als das Problem auftauchte, reagierte die Zunft schnell, noch bevor offizielle Anordnungen kamen. Man wollte kein Risiko eingehen und auf Nummer sicher gehen. Mit den Vereinsverantwortlichen wurde alles abgesprochen.

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„Man wird vorsichtiger“, überlegt Dirk Friese und denkt, dass Desinfektionsmittel und Masken zu Alltagsprodukten werden. Anfangs dachte man an eine kleine Grippewelle, die bald verschwinde. Doch durch geschäftliche Kontakte war Friese auf manche Unwägbarkeiten hingewiesen und war laufend auf neuestem Stand.

Für den Verein gab es nach der letzten Saison keine großen Probleme. Nur die „Alte Färbe“ litt, doch konnte sie mit Beginn der Sommerferien wieder in Betrieb gehen. Man nutzte die Zeit, um das Vereinslokal aufzufrischen und erfreulicherweise wurde auch der Narrenbrunnen fertig. Ein Brunnenfest kann erst 2021 stattfinden.

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Finanzielle Ausfälle hofft man durch staatliche Hilfe über die Vereinigung Schwäbisch-Allemannischer Narrenzünfte aufzufangen. Auch eine Bank will unterstützen. Weitere Finanzeinbußen dürfen ein zweites Mal nicht passieren, „sonst wird es eng“, befürchtet Friese. Daher soll die „Färbe“ zweimal pro Woche geöffnet werden, um Lücken zu schließen. Viermal pro Jahr übernehmen die einzelnen Gruppen den Dienst, ansonsten stehen Helfer zur Seite, deren allerdings mehr sein könnten, um das dreiköpfige Färbe-Team zu unterstützen.

Maskenpflicht und Abstand halten

Das Vereinsheim soll sich selber tragen und Heimstätte der Narren sein und bleiben. Auf lange Sicht zählt der Narrenvater auf Maskenpflicht und Abstand halten. Bemerkenswert sei der Zusammenhalt der Mitglieder und auch die Kontakte zu anderen Zunftmeistern brechen nicht ab.

Gleichwohl müsse sich Vater Staat etwas einfallen lassen, sonst drohe der Tod der Vereine. Das wäre „jammerschade“, denn Friese hat die Narretei mit der Muttermilch eingesaugt und immerhin ist die Fasnet Kulturgut.

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