Der Neukircher Heimatforscher Gerhard Dilger hat ein informatives und zugleich unterhaltsames Buch über Sagen und historische Ereignisse der Region geschrieben. Aber auch aktuelle Informationen, die bislang weniger bekannt sind, hat er in dem 136 Seiten starken Buch mit dem Titel „Landeberger, kumm!“ zusammengetragen.

Neukirch, Furtwangen, oberes Bregtal und gesamter Schwarzwald im Blick

In mehrere Kapiteln geht er auf die Geschehnisse und Erzählungen in Neukirch, aber auch in Furtwangen, dem oberen Bregtal sowie dem Schwarzwald insgesamt ein. Auszugsweise sei hier eines der Kapitel, dasjenige über den Rappenfelsen, genauer dargestellt. Der Rappenfelsen befindet sich im Brennersloch, einem Seitental des Hexenlochs. Im Jahr 1725 soll dort ein versprengter französischer Reiter ein Mädchen verfolgt und in Richtung des rund 30 Meter hohen Felsens getrieben haben. „Der mutige Sprung über die Steilwand gelang, das Mädchen überlebte unverletzt. Der Reiter jedoch brach sich samt seinem Pferd den Hals“, fasst Dilger die Überlieferung in Worte.

„Ein Körnchen Wahrheit“

Und schreibt weiter: „Wie in den meisten dieser Sagen dürfte auch hier ein Körnchen Wahrheit hinter der Erzählung stehen. Denn umsonst dürften die Zeitgenossen wohl kaum eine Tafel in barockem Stil am Felsen angebracht haben, die an die Begebenheit erinnert.“

Eine markante Sehenswürdigkeit in der Region ist der Rappenfelsen. Er befindet sich im Brennersloch, einem Seitental des Hexenlochs.
Eine markante Sehenswürdigkeit in der Region ist der Rappenfelsen. Er befindet sich im Brennersloch, einem Seitental des Hexenlochs. | Bild: Gerhard Dilger

Kreuzigungsgruppe in Obhut des Neukircher Ortsvorstehers

Die hölzerne Tafel sei bis vor kurzem noch flankiert gewesen von einer geschnitzten Kreuzigungsgruppe, die jedoch wegen der stetigen Verwitterung in den Räumen des Furtwanger Forstamts untergebracht worden sei. Nachdem dieses 2003 geschlossen wurde, habe der Neukircher Ortsvorsteher die Figuren in seine Obhut genommen.

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Früher war das Brennersloch recht dicht besiedelt

„Längst vorüber sind die Zeiten, in denen tugendsamen Mädchen die Verfolgung durch französische Reiter drohte, lange vorbei aber auch die Zeiten, als das Brennersloch ein relativ dicht besiedelter Teil des Dorfes Neukirch war.“ Längst habe der Wald die steilen Berghänge zurückerobert.

Vor gut hundert Jahren fast waldfrei

„Das war nicht immer so, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war das Brennersloch wie andere Flächen der Neukircher Gemarkung weitgehend waldfrei. Im Tal standen rund zehn Häuser, von denen viele heute gar nicht mehr oder allenfalls als Wochenendhäuser wie zum Beispiel das Kupferhäusle existieren. Häuslebauern fristeten hier mit dem Halten einer Kuh und vielleicht von ein paar Geißen ihr karges Leben und widmeten sich daneben einem Zuverdienst als Uhrmacher oder Gestellmacher“, schreibt Dilger.

Nahe des Rappenfelsens unterhält der Schwarzwaldverein Neukirch einen Grillplatz, geschmückt mit der Albert-Kammerer-Hütte, benannt nach dem verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden der Ortsgruppe.

Ergänzt werden die Kapitel in dem schönen Büchlein mit Ortsangaben und einer Karte, die dem Interessierten das Auffinden in der Natur erleichtern.

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