Thema im Schönenbacher Ortschaftsrat war in jüngster Sitzung die Initiative gegen den Motorradlärm. Das Land, federführend das Verkehrsministerium, und Kommunen haben sich vor einem Jahr zu einer Initiative zusammengeschlossen. Dieser gehören inzwischen mehr als 120 Kommunen an. Auch die Stadt Furtwangen hat den Beitritt zu dieser Initiative erklärt. Ziel ist es, unter Federführung des Verkehrsministeriums, einen gemeinsamen Forderungskatalog zur Reduzierung von Motorradlärm zu erarbeiten und damit an politische Entscheidungsträger beim Bund und der Europäischen Union heranzutreten.

Motive missfallen

Nun wird in der Stadt Furtwangen beraten, an den Ortseingängen entsprechende Hinweistafeln anzubringen, um die Motorradfahrer auf das Lärm-Problem hinzuweisen. Dem Ortschaftsrat wurden dafür drei mögliche Tafeln vorgelegt, die an den Ortseingängen in Schönenbach aufgestellt werden könnten. Allerdings konnten sich die Schönenbacher Ortschaftsräte mit dieser Idee in keiner Weise anfreunden. Zum einen wurde geäußert, dass man nicht nur pauschal gegen Motorradfahrer agieren möchte, oftmals seien andere Fahrzeuge eine wesentlich größere Lärmbelästigung. Darüber hinaus stießen die Motive für die Schilder mehrheitlich auf Ablehnung.

Allgemeinen Verbotskultur

Das Motiv eines Hirsches mit einem großen „Pssst!“ wurde als „furchtbar“ bezeichnet. Kritisiert wurde unter anderem die grundsätzliche Verunglimpfung der Motorradfahrer, das entspreche der „allgemeinen Verbotskultur“. Klar geäußert wurde, dass man nichts gegen eine allgemeine Kampagne gegen den Lärm habe, aber man dürfe nicht „einseitig die Motorradfahrer in die Ecke stellen“. Es gebe genauso einzelne Autofahrer, die mit viel Krach durch Schönenbach fahren und oftmals mehr stören als die Motorradfahrer.

Wann sollen Motorräder fahren?

Arnold Hettich ergänzte, dass er an seinem Arbeitsplatz im Oberzentrum oftmals Spott als einer „hinten aus dem Wald“ hören müsse. Wenn man jetzt noch am Ortseingang dieses Klischee mit einem Hirsch oder einem Bild vom Wald unterstreiche, fände er das nicht so toll. Daniel Armbruster ergänzte im Blick auf geplante Fahrverbote: Wenn die Motorradfahrer nicht am Wochenende in ihrer Freizeit fahren dürfen, wann dann? Marianne Fehrenbach sprach sich sehr für eine solche Initiativen und für entsprechende Schilder aus, aber auch sie machte deutlich, dass es nicht allein die Motorradfahrer seien. Wenn sich alle an Tempo 50 halten würden, wäre schon viel geholfen, so Arnold Hettich.

Ausgesprochen hässlich

Und Martina Hepting machte deutlich, dass zum einen die Schilder, wie das eines alten klapprigen Ofens, ausgesprochen hässlich seien und auch Initiativen gegen das Motorradfahren nicht sinnvoll seien, wo auch wieder ein ganzer Wirtschaftszweig dran hänge.