Auf den Tag genau feierte der Neukircher Kindergarten seinen 30. Geburtstag. Begeistert waren die Kinder vom Jubiläumstag im Kindergarten. Zunächst erhielt jedes Kind ein Geburtstagshütchen und anschließend machten sich alle auf zum Geburtstagsessen mit Saftcocktails, Laugenstangen, Berliner und einer Überraschung: Die Eltern brachten eine Geburtstagstorte vorbei mit dem Kindergartenlogo, der Schildkröte. Mit Partylicht im abgedunkelten Raum wurde gefeiert, dabei fielen tausende Glitzerkonfettis vom Himmel. Vom Kindergarten gab es: Geschenke für Kinder und Eltern. Schließlich stieg von jedem Kind ein Wünscheballon zum Himmel. Überall konnte man die Ölbilder der kleinen Künstler während einer kleinen Vernissage bewundern.

Start mit 53 Kindern

Ein Blick zurück: Zum 10. September 1990 konnten 53 von 56 angemeldeten Kinder aufgenommen werden. Der Kindergartenbetrieb wurde mit zwei Regelgruppen begonnen, das pädagogische Personal wurde nach und nach aufgestockt – bis die gesetzlichen Richtlinien erfüllt waren. Die Öffnungszeiten damals waren von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr. Nach zirka fünf Jahren merkten die pädagogischen Mitarbeiter, dass es in den geschlossenen Gruppen den Kindern zu eng wurde. 28 Kinder, gleichzeitig in einem Raum mit 70 Quadratmetern während der gesamten Öffnungszeit, da musste es zwangsläufig zu Rangeleien kommen. Nach und nach öffneten die beiden Gruppen und wurden gemeinsam mit den Kindern Bildungsbereiche eingerichtet. Das Konzept wurde belächelt, ja sogar von Erzieherinnen anderer Kindergärten kritisiert.

Hilfe für berufstätige Mütter

Doch es wurde bereits damals nach dem heutigen Orientierungsplan gearbeitet, gemäß der Vorgabe: Was will das Kind? Was braucht das Kind? Die Kinderzahlen blieben nahezu konstant bis zur Jahrhundertwende. Die Öffnungszeiten wurden dem Bedarf der Eltern angepasst und die ersten Schulkinder wurden aufgenommen. Es gab damals Mütter, die ihre Erwerbstätigkeit aufgeben mussten, weil die Kinder in die Schule kamen. So wurde im Jahr 2001 eine Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe umgewandelt, um berufstätige Mütter zu unterstützen.

Von Erfahrung profitieren

Ab dem Jahr 2000 wurde an drei Tagen in der Woche eine durchgehende Betreuung mit einer warmen Mahlzeit angeboten. Der Förderverein katholischer Kindergarten St. Andreas, gegründet 1996, unterstützt den Kindergarten. Zum Kindergartenjahr 2010/11 wurde die Betriebserlaubnis zur Betreuung von Kindern von 0 bis 14 Jahren in einer alterserweiterten Gruppe erteilt. Der Kindergarten ist ein „Haus – für alle Kinder“, freut sich aber auch, wenn ältere Generationen auf ihn zu kommen und ihm mit ihrem Wissen und Erfahrungen zur Seite stehen.

Ganztagsbetreuung

Heute werden in Neukirch Kinder in zwei Gruppen von zwei bis sechs Jahren betreut und folgende Betreuungsformen angeboten: Regelgruppe, verlängerte Öffnungszeit und Ganztagsbetreuung.

Anfänge schon zum Kriegsende

  • Bereits im Jahr 1945 gab es erste Überlegungen zur Einrichtung eines Kindergartens. Am 20. April 1945 wurde das Gasthaus „Rössle“ durch Flugzeuge in Brand geschossen und zerstört. Dieses war im Besitz der Rombach-Erben. Nach Kriegsende suchte der Miterbe und Betreiber der Gastwirtschaft Hilfe bei der Bevölkerung zum Aufräumen der Brandstätte und zum Wiederaufbau des Gebäudes.
  • Seitens der Rombach-Erben wurde überlegt, wie man den unentgeltlichen Einsatz der Bevölkerung honorieren könnte. Die Sache verlief allerdings im Sande. Erst kurz vor der Eingemeindung am 1. Juli 1971 kam der Kindergartenwunsch wieder zum Tragen und wurde mit 300 000 Mark in das Investitionsprogramm des Eingemeindungsvertrags aufgenommen. Die Rombach-Erben hatten dafür der Gemeinde den heutigen Sportplatz geschenkt.
  • Nach der Eingemeindung war ein Neubau in der Talstraße im Gespräch, aber die Kirchenbehörde konnte sich nicht zur Übernahme der Trägerschaft entschließen. Im November 1973 wurde die Chancengleichheit für Kinder in den Stadtteilen gefordert. Bis zu einem Neubau sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. So wurden die fünfjährigen Neukircher Kinder im katholischen Kindergarten in Furtwangen untergebracht, wobei der Transport ein Problem war. 1986 fordert der Ortschaftsrat erfolgreich die Einrichtung eines Kindergartens in Neukirch.

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