Der Vorsitzende Michael Eschle des Gütenbacher Fußballclubs 04 betrachtet die Situation während der Corona-Krise skeptisch, blickt aber positiv in die Zukunft.

Der Verein sei schuldenfrei, finanziell gut aufgestellt und die sportlichen Leistungen sehen gut aus. Richard von Weizsäckers Prämisse „Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere Überlebensfähigkeit sichert“ gelte auch für den Sport. Nicht umsonst symbolisiere der antike Sinnspruch „Mens sana in corpore sano“, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohnt. Das heißt, körperliche Fitness gepaart mit seelischem und geistigem Ausgleich.

Unübersichtliche, bürokratisierte Lage

Was Eschle kritisiert, ist die „unübersichtliche, bürokratisierte Lage“. Vor allem fehlen ihm klare Ansagen von allen Seiten. Weder die Anordnungen der Politik noch die Maßnahmen der Fußballverbände seien eindeutig. „Daheim duschen, ist das sinnvoll“, fragt der langjährige Vorsitzende. „Wir sind ein kleiner Verein und eigenständig, daneben finanziell unabhängig.“

Trainer verzichtet auf Gehalt

Außer Abgaben für Strom und Wasser kommen kaum Kosten auf den Verein zu. Eine großzügige Geste gab es von Trainer Rene Kaltenbach, der auf sein Gehalt verzichtete. Großartig sei der Zusammenhalt der rund 550 aktiven und passiven Mitglieder. Über soziale Medien gebe es eine gute Kommunikation. Die Motivation sei allerdings im Keller. Den Sportlern fehle die Geselligkeit, das Zusammensein bei einem Bier nach dem Training im Vereinsheim.

Trotzdem seien alle, von der Jugendspielerin bis zum erfahrenen Altherren, positiv gestimmt. Die Kinder bedauern die Lage, aber sie nehmen sie hin. Gleichwohl sei eine weitreichende Planung nicht möglich, da klare Vorgaben der Dachverbände fehlen und als kleiner Verein habe man keinen Einfluss.

Klare Richtlinien erwartet

Persönlich möchte Michael Eschle auch keine richtungsweisenden Entscheidungen treffen, denn es wird Befürworter und Kritiker geben. Man erkenne, dass man machtlos sei und die Menschen nicht alles im Griff haben. Größter Wunsch Eschles ist, dass bundeseinheitlich klare Richtlinien vorgegeben werden, um Rechtssicherheit zu schaffen. Schließlich soll die Verantwortung nicht bei der Administration kleiner Vereine hängen.

Die Unterbrechung des Spielbetriebs sei für den Gütenbacher Verein schade, denn immerhin stehe die erste Mannschaft auf Platz eins in der Kreisliga B und habe gute Aufstiegs-Chancen. Einsatzfreudig seien auch die Kinder und Jugendlichen, die in Spielgemeinschaften mit Neukirch, Furtwangen, Schönenbach und Vöhrenbach vereint sind. Glücklich ist Eschle auch über die Resonanz der Bevölkerung und froh sei man über die Unterstützung des Fördervereins.

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