Genehmigt wurde vom Furtwanger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Errichtung eines Kälberdorfs im Rohrbacher Reibschental. In diesem Zusammenhang wurde ein seit 2005 geplantes Verfahren für einen Bebauungsplan „Am Reibschenbach“ vom Gemeinderat zurückgenommen, wodurch die Bebauung mit diesem landwirtschaftlichen Gebäude in diesem Bereich möglich wurde.

Kein Gewerbe mehr

2015 hatte der Gemeinderat ein Bebauungsplanverfahren für diesen Bereich und ebenfalls die frühzeitige Beteiligung beschlossen. Dieser Bebauungsplan sah im Anschluss an ein Industrie-Unternehmen eine gewerbliche Baufläche, anschließend ein Mischgebiet und schließlich ein Wohngebiet vor. Das Verfahren wurde allerdings nach dieser frühzeitigen Beteiligung gestoppt aufgrund der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen, der notwendigen Verlegung eines Kanals sowie wegen Unstimmigkeiten mit dem Grundstückseigentümer. „Eine wirtschaftliche Realisierung des Baugebietes ist nicht möglich“, formulierte die Verwaltung nun in der Vorlage für den Gemeinderat.

Ortschaftsrat dafür

Nun wurde für einen Teil dieses Geländes der Bauantrag durch einen einheimischen landwirtschaftlichen Betrieb eingereicht. Beabsichtigt ist der Neubau einer Stallanlage in der Form eines Kälberdorfs für 40 bis 80 Tiere. Der Landwirt möchte die Stallanlage dauerhaft zur Aufzucht von Kälbern nutzen. Dieses speziell entwickelte Gebäude eines Kälberdorfs könnte als privilegiertes Bauvorhaben für die landwirtschaftliche Nutzung genehmigt werden. Dem entgegen stand allerdings das noch anstehende Bebauungsplanverfahren, das in diesem Bereich ein Gewerbegebiet vorsieht, in dem landwirtschaftliche Betriebe nicht zulässig wären. Daher empfahl die Verwaltung, den Beschluss für das Bebauungsplanverfahren zurückzunehmen und gleichzeitig das Bauvorhaben zu genehmigen. Ortsvorsteher Georg Kaiser, der wegen Befangenheit selbst an den Beratungen im Ortschaftsrat nicht hatte teilnehmen können, berichtete von dieser Sitzung, dass der Ortschaftsrat nach einer Ortsbegehung dem Vorhaben zugestimmt habe.

Bedenken geäußert

Stefan Schonhardt (CDU) befürwortete ein solches Vorhaben, nachdem gerade aktuell die Formen der Lebensmittelerzeugung stark diskutiert werden. Große Bedenken hatte allerdings Roland Thurner (UL). Er fragte, ob die Grünfläche reicht und forderte deshalb, die Zahl der zulässigen Tiere festzulegen. Ebenso forderte er ein Gesamtkonzept, da hier sicherlich noch ein Lager für Futter und Stroh errichtet werden müsse. Auch den dafür notwendigen Lastwagenverkehr solle man prüfen und im Blick auf die Geruchsentwicklung ein Immissionsgutachten erstellen.

Kaum Geruchsbelästigung

Der Bauherr habe, so Georg Kaiser, im Ortschaftsrat erläutert, dass durch eine besondere Form der Bewirtschaftung unter anderem mit Einstreu aus Sägemehl nur wenig Geruch entstehe. Auch der Grünfutterbedarf sei gering, da die Tiere mit Milch aufgezogen werden und wenn sie fressen können, weiterverkauft werden.

Beschluss mit Gegenstimme

Bürgermeister Josef Herdner ergänzte außerdem, dass die Zahl der Tiere und ähnliche Auflagen für den Betrieb bei der Prüfung durch das Landwirtschaftsamt festgelegt würden, hier sei der Gemeinderat nicht zuständig. Daraufhin stellte Thurner den Antrag, diesen Beschluss zurückzustellen, bis eine Stellungnahme des Landwirtschaftsamts vorliege. Für diesen Antrag stimmte aber nur Thurner, sodass der Antrag bei zwei Enthaltungen abgelehnt wurde. Anschließend wurden die Aufhebung des Bebauungsplanverfahrens und die Genehmigung des Kälberdorfs bei einer Gegenstimme vom Gemeinderat abgesegnet.