Der Haushaltsplan 2021 beschäftigte den Gütenbacher Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung. Der Entwurf enthielt einen Fehlbetrag von 250. 000 Euro.

Bürgermeisterin Lisa Hengstler und Kämmerer Marcus Gruber erläuterten, dass die Verwaltung bereits im Vorfeld Einsparungen von 75. 000 Euro erzielt hatte. Zur Disposition wurden im Ergebnishaushalt nur noch wenige Positionen gestellt, denn die meisten Ansätze sind kaum beeinflussbar.

Auf Lärmaktionsplan wird verzichtet

Lisa Hengstler nannte als Beispiele Personalkosten, Brennstoffe oder die Schüler- und Kinderbetreuung. Gestrichen wurden nach kurzer Diskussion nur drei Positionen, die eine Verbesserung von 35 .000 Euro brachten Auf den Lärmaktionsplan für 10. 000 Euro soll verzichtet werden, 15. 000 Euro für einen Bebauungsplan im Ortskern wurden zurückgestellt. Ebenso wurde die Instandsetzung des Daches der Friedhofskapelle um ein Jahr verschoben.

Schwerpunkt Gemeindezentrum

Als Schwerpunkte der kommunalen Investitionen nannte die Bürgermeisterin für die kommenden zwei Jahre den Bau des Gemeindezentrums sowie den Breitbandausbau. Die Digitalisierung der Schule steht ebenso auf dem Programm wie die Sanierung des Schulgebäudes. Ein Gesamtkonzept soll für das Schulgebäude erstellt werden.

Bürgermeisterin hofft auf Zuschüsse

Lisa Hengstler hofft, dass es für die Instandsetzung maroder Schulgebäude in den nächsten Jahren Zuschüsse geben wird, denn „Gütenbach hat nicht die einzige Schule im Land, die sanierungsbedürftig ist“.

Schlauchwagen bereitet Kopfzerbrechen

Kopfzerbrechen bereitet Gemeinderat und Verwaltung der dringend sanierungsbedürftige Schlauchwagen der Feuerwehr, ein Unimog Baujahr 1992. Feuerwehrkommandant Jürgen Schonhardt hatte vorgeschlagen, den Aufbau des Schlauchwagens völlig zu erneuern, die Kosten werden auf 45. 000 Euro geschätzt. Für eine Reparatur waren 6000 Euro vorgesehen. Die Verwaltung wird, wie die Bürgermeisterin darlegte, nähere Einzelheiten ermitteln, bevor ein Haushaltsansatz festgelegt wird.

Bei der Sanierung der Bachmauer zwischen Bachhofmatte und Hauptstraße bestehe „kein akuter Handlungsbedarf“.

Pachteinnahmen durch Breitband

Der Breitbandausbau wird durch den Zweckverband abgewickelt. Voraussichtlich im Jahr 2021 wird die Maßnahme abgeschlossen werden. Im selben Jahr werden die ersten Pachteinnahmen am die Gemeinde fließen, knapp 18. 000 Euro.

„Der gesetzlich vorgeschriebene Haushaltsausgleich kann erreicht werden“, versicherte die Bürgermeisterin. Denn im Jahr 2020 rechnet die Kommune mit einem Überschuss.

Schulden steigen auf 3,4 Millionen Euro

In den folgenden Jahren werden die Schulden der Gemeinde Gütenbach aber stark anwachsen, das zeigt eine Übersicht, die Bürgermeisterin Lisa Hengstler dem Entwurf des Haushaltsplanes beifügte. Die Sanierung der Mehrzweckhalle und die Breitbandverkabelung mussten zum großen Teil über Darlehen finanziert werden.

Zu Beginn des Jahres 2020 hatte die Kommune knapp 1,8 Millionen Euro Schulden, für 2021 sind 2,75 Millionen Euro eingeplant, 2022 sind es voraussichtlich knapp drei Millionen Euro und mit dem Bau des Gemeindezentrums wird der Schuldenberg 2023 auf voraussichtlich knapp 3,4 Millionen Euro wachsen. Erst im Jahr 2030 werden die Schulden auf 2,3 Millionen Euro reduziert werden können.

Entsprechend steigt die Gesamtbelastung durch Tilgung und Zinsen von 98.000 Euro in diesem Jahr auf 113. 000 Euro in 2021 und 167. 000 Euro im Jahr 2024.