Einen der vordersten Plätze in der deutschen Museumslandschaft nimmt das Uhrenmuseum ein. Mit der Digitalisierung von mehr als 1200 Einzelstücken wird ein großer Teil der Bestände dokumentiert und nach außen hin präsentiert.

Interessenten von Rio bis Moskau, von Kapstadt bis Stavanger können sich jetzt jederzeit über die Exponate informieren und Bildmaterial aufgreifen. Laien, Experten und Sammler kommen voll auf ihre Kosten. Auch in Coronazeiten ging den Mitarbeitern die Arbeit nicht aus, und die wird künftig weitergeführt werden müssen.

Erfahrene Fachleute arbeiten mit

„Das Projekt ist abgeschlossen, aber die Arbeit geht weiter“, sagt der kommissarische Museumsleiter Johannes Graf. Projektleiterin Isabelle Zink war froh, in Johannes Graf, Eva Renz und den Restauratoren Matthias Beck und Matthias Hüttlin kundige und erfahrene Fachleute als Mitwirkende zu haben.

Auf Datenbank von 1999 zurückgegriffen

Es galt, viele Daten zusammenzutragen, Nachforschungen anzustellen oder Uhren zu reinigen, zu öffnen und qualitätsvoll zu fotografieren. Alles wird nun anschaulich und informativ im Internet präsentiert, wobei man auf eine bereits bestehende Datenbank zurückgreifen konnte, die seit 1999 existiert.

Seriöse Information ist Ehrensache, um Besuchern und Interessenten vertrauenswürdig gegenüber treten zu können. Das Museum sieht sich als Gedächtnis der Gesellschaft. Daher sei die Beantwortung auch detaillierter, individueller Fragen möglich, wie etwa: „Ist Omas Küchenuhr in den 1950er oder den 1960er Jahren entstanden?“

Kleinste Hinweise liefern wertvolle Informationen

Oft sind es kleinste Hinweise an den Objekten, die wertvolle Informationen liefern. Beispiel: eine Taschenuhr des Uhrmachers Abraham Louis Breguet, die mit einer mikroskopisch kleinen Gravur versehen ist, um sich als Original auszuweisen. Denn: Bereits vor über 200 Jahren gab es Produktpiraterie, mit der sich Fälscher goldene Nasen verdienten.

Mehr Details als vor Ort im Museum

Man sieht mehr Details als vor Ort im Museum. Schlagwörter geben alle eingespeisten Daten wieder und eine wertvolle lebendige Ergänzung sind Videostreifen, wie vom beliebten „Knödelfresser“. Interessante Objekte im Internet in Aktion zu zeigen, dient auch dazu, sie materiell zu schonen, denn nicht jede Uhr kann wegen gewisser Empfindlichkeiten in Bewegung gehalten werden. Schonende Behandlung ist angesagt.

Den Anstoß für die Datenbank gab das Institut für Museumsforschung in Berlin-Dahlem. Allein in Baden-Württemberg gibt es rund 4000 Museen. Der digitale Auftritt hat viele Vorteile und kann ständig aktualisiert werden. Das Info-Angebot ist riesig und reicht vom Nürnberger Ei bis zur Funkuhr, von Armbanduhren-Sammlungen, über Chronometer bis hin zu Sonnenuhren. Auch Schrifttücke und Kataloge sind zu entdecken. Man kann herumstöbern oder gezielt nach Objekten suchen.

Flyer mit zwölf Glanzstücken

Eine ausgezeichnete Auswahl wurde mit „Zwölf Glanzstücke“ getroffen, die einen Flyer mit besonderem Signet zieren und neben einer Kirchturmuhr des Jahres 1775, die Deutsche Reichs-Kolonial-Uhr der Baduf oder den wertvollen Fingerring mit Uhr aus der Goldstadt Genf zeigen.

Über „museum-digital.de“ lässt sich nun alles digital erfahren. Am schnellsten funktioniert es per Direktzugang über die Homepage des Deutsche Uhrenmuseums Furtwangen unter www.deutsches-uhrenmuseum.de.