Der Kraftsportclub Furtwangen 1906 (KSK) beweist auch in der Corona-Zeit Stärke. Im Gespräch mit Präsident Ersan Baydenk wurden Vernunft, soziales Mitgefühl und organisatorische Verantwortung deutlich.

Seit 1906 gibt es den Kraftsportclub Furtwangen. Er ist gut aufgestellt, muss aber eingeschränkt trainieren. Die Situation schildert Präsident Ersan Baydenk.
Seit 1906 gibt es den Kraftsportclub Furtwangen. Er ist gut aufgestellt, muss aber eingeschränkt trainieren. Die Situation schildert Präsident Ersan Baydenk. | Bild: Siegfried Kouba

Rund 200 Mitglieder zählt der Verein, der sich aus der breiten Palette des Kraftsports von Gewichtheben über Powerlifting bis hin zum Boxen das Ringen erkoren hat. Wegen der aktuellen Situation mussten alle Mannschaften abgemeldet werden. „Wir merkten, dass wir schnell reagieren müssen“, meinte Baydenk – und „es war die richtige Entscheidung, denn wir tragen eine Verantwortung, und man kann die Gesundheit nicht gefährden“. Mittlerweile ist Training mit entsprechenden Kontakteinschränkungen wieder möglich. Das Mattentraining wurde jedoch noch nicht hochgefahren. Beim bisherigen Normalbetrieb wurden jeden zweiten Samstag in der Jahnhalle Wettkämpfe unter den Augen von rund 150 Zuschauern durchgezogen. Die Mannschaft besteht aus zehn Ringern in den Gewichtsklassen zwischen 55 und 130 Kilogramm. Freier und griechisch-römischer Stil kommen zum Einsatz.

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Froh ist man über zwei erstklassige Trainer: Tobias Haaga, der „Freistil-Spezialist“ , welcher überzeugende Siege davon trug, sowie Christian Rusu, der mehrfacher rumänischer Meister war und Sohn eines Olympiasportlers ist. Die Kämpfe der letzten Zeit waren vom Verletzungspech begleitet, aber trotzdem konnten sich die Furtwanger in der Oberliga halten und gerade 2020 hätte die bisher beste Mannschaft antreten können, wenn nicht Corona dazwischen gefunkt hätte. „Wir stehen da wie noch nie“, meint Baydenk. Er ist stolz auf Nadine Weinauge, die im Verein groß geworden ist und in der Nationalmannschaft mitkämpft. Ferner gibt es eine sechsköpfige Mädchengruppe, die sich bewährt und Medaillen einheimst.

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Angesichts der guten sportlichen Situation des Vereins meint der Präsident, dass man positiv in die Zukunft blicken kann. Die Phase, in der nicht gerungen werden kann, werde überwunden und im Januar 2021 soll es zum Start in die Oberliga gehen. Baydenk schätzt die Gefahren ein, „denn wenn die Zahlen steigen, dann ist alles vorbei. Man muss bedenken, welche Konsequenzen Coronafälle im Team haben.“ Natürlich müssen auch finanzielle Einbußen hingenommen werden, denn die Einnahmequelle Trödlermarkt fällt weg, genauso wie die 90er- Party.

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Der Badische Sportverband und der Landessportverband Baden-Württemberg wollen bei entsprechenden Voraussetzungen Hilfe anbieten. Erfreut ist der Präsident über eine Zusammenkunft mit Bürgermeister Josef Herdner, der alles denkbar Mögliche in dem ihm zur Verfügung stehenden Rahmen tun will, um die Situation zu entschärfen. Jeder müsse seinen Beitrag erfüllen; für die Menschen, für die Stadt, für die Wirtschaft und die Gesundheit. Ringen ist „ein Hobby, doch die Gesundheit hat Vorrang“, sagt Ersan Baydenk.

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