Mehr Anerkennung und Unterstützung von Seiten der Politik wünscht sich Jugendpfleger Dirk Maute für die offene Jugendarbeit. Diese sei nämlich weit mehr, als ein Unterhaltungsprogramm für Jugendliche, machte er im Gemeinderat deutlich.

Jugendarbeit erfüllt wichtige Aufgabe

In der jüngsten Sitzung erläuterte Dirk Maute seine Arbeit in einem umfangreichen Bericht. Er machte deutlich, dass die Jugendarbeit nicht nur der Unterhaltung junger Leute diene, sondern eine wichtige Aufgabe erfülle. Gleichzeitig werde aber genau diese Bedeutung der offenen Jugendarbeit gerade in der Politik verkannt und nicht entsprechend gewürdigt und unterstützt. Die Stadtjugendpflege habe ein buntes Programm an Aufgaben.

Hilfestellungen zur persönlichen Entwicklung

Maute versuchte deutlich zu machen, dass bei der offenen Jugendarbeit im Jugendtreff den Jugendlichen wesentliche Hilfestellungen zur persönlichen Entwicklung gegeben werden. Das beginne mit Ausbildung der sozialen Kompetenz. Beispielsweise werde speziell die Akzeptanz verschiedener kulturell bedingter Lebensstile gefördert, gewaltfreie Kommunikation vermittelt oder die Integration von sozial Benachteiligten. Dadurch sei die offene Jugendarbeit für die Jugendlichen ein „zweites Zuhause“, biete Rückhalt und Sicherheit. Gleichzeitig gehe es aber auch um gesundheitliche Aspekte wie die entsprechende Lebensweise oder das Thema Missbrauch von Drogen.

Derzeit keine Betreuung möglich

Gerade heute werde auch die Vermittlung von Wissen und Kompetenz für den geeigneten Umgang mit der Technik, vor allem auch mit den neuen Medien, immer wichtiger. Und nicht zuletzt würden die Jugendlichen auch in Schule, Berufsfindung und Beruf unterstützt. Das ganze für die Jugendlichen sehr wichtige Paket an Hilfen und Unterstützung werde durch Corona fast komplett verhindert. „Es ist so gut wie keine Betreuung und Unterstützung für die Jugendlichen möglich“, machte Dirk Maute deutlich.

Durch die beiden Lockdowns war der Jugendtreff 22 Wochen geschlossen. Auch die Gruppenarbeit war durch die entsprechenden Regelungen eingeschränkt. Für die Jugendlichen bedeute dies, so Dirk Maute, den Wegfall von Betreuung, vom täglichen Miteinander, vom Rückhalt und der Sicherheit. Dies habe nicht zuletzt zur Folge, dass auch im öffentlichen Raum wieder entsprechende Effekte wie Verschmutzungen, Beschädigungen oder Vandalismus festgestellt werden könnten. Die Schließung sorge bei den Jugendlichen auch für Unsicherheit und Ängste.

Jugendarbeit wurde in Corona-Zeiten völlig vergessen

Deutlich kritisiert Maute die Politik, die sich in der Pandemie häufig zu Kindertagesstätten und Schulen geäußert und deren Wichtigkeit betont habe. Die Jugendarbeit sei zumindest zu Beginn komplett vergessen worden und sei erst später auch „nur durch Reglementieren“ wieder in den Fokus gerückt. „Die Landesregierung sieht in den Angeboten der offenen Jugendarbeit wie dem Furtwanger Jugendtreff primär eine Freizeiteinrichtung“, kritisiert Maute. Natürlich sei es auch eine Freizeiteinrichtung, wo man Freunde treffen und seine Freizeit verbringen könne. Aber diese Aktivitäten seien für ihn als Sozialpädagogen der Stadt nur ein Hilfsmittel, um die oben genannten Aufgaben zu erfüllen. „Der Jugendtreff ist ein Ort der Begleitung, Beratung und Betreuung“, betonte Maute mehrfach.

Deshalb sei es dringend notwendig, dass auch die offene Jugendarbeit zum Wohl und Schutz der Jugendlichen möglichst bald wieder ihrer Aufgabe nachgehen könne, die gerade in dieser schwierigen Zeit noch wichtiger sei als sonst. Auf Anfragen aus dem Gemeinderat erläuterte der Jugendbeauftragte weiter, dass die Jugendlichen zum großen Teil im Alter von 13 bis 17 seien , aber auch junge Leute bis zu 24 Jahren seien immer wieder zu Gast. Außerdem erläuterte er, dass er auch während Corona regelmäßig mit Hermann Fengler vom Ordnungsamt unterwegs sei, um den Jugendlichen die Bedeutung der Corona-Verordnung deutlich zu machen.