Mit den beiden Geschäftsführern der Furtwanger Koepfer Group, Thomas Koepfer und Thomas Kampmann, hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei nach eigener Mitteilung über die Nachwirkungen der Corona-Krise für die Unternehmen im Land gesprochen.

Automobilzulieferer verhältnismäßig optimistisch

Beim Zahnradspezialisten und Automobilzulieferer Koepfer zeige man sich verhältnismäßig optimistisch und hoffe auf eine deutliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Die Kurzarbeit am Standort Ludwigsburg habe man bereits beenden können und auch in Furtwangen gelte diese nur noch für einen Teil der Belegschaft. Die Niederlassung in China laufe schon länger wieder auf normalen Touren.Mit einem ähnlichen Boom in der Automobilbranche wie nach der Krise 2009 rechnet man allerdings nicht. Hierfür sei der Markt zu gesättigt.

Unverhoffte Probleme mit Finanzhilfen

Die finanzielle Überbrückung dieser nicht verschuldeten Krise bringe aber unverhofft Probleme, mit denen man so nicht gerechnet habe. Man hätte mit einer besseren Unterstützung der Hausbanken, die bei Koepfer vor allem Landesbanken sind, bei der Krisenfinanzierung gerechnet. Thorsten Frei zeigte sich verwundert: „Die KfW-Kredite mit Risikoabsicherung durch den Staat wurden von der Bundesregierung ja eigens eingerichtet, die Krise schnell zu überwinden.“

Gerade diese Zielsetzung war nach Aussage der beiden Geschäftsführer bei einzelnen Banken leider nur sehr rudimentär erkennbar. Das Traditionsunternehmen, das 2017 sein 150-jähriges Bestehen feierte, hat in den vergangenen Jahren seinen Fokus auf die Zulieferung der Autoindustrie ausgerichtet und an deren Boom-Jahren partizipiert.

Zahl der Mitarbeiter seit 2013 verdreifacht

Hohe Investitionen wurden getätigt, um die Nachfrage der hier hergestellten Präzisionszahnräder für Automotoren zu befriedigen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich seit 2013 auf 850 fast verdreifacht. Mit der Diskussion um die Zukunft des Verbrenners und einer sinkenden Nachfrage nach Dieselmotoren korrigierte man bereits ursprüngliche Umsatzerwartungen nach unten. Der Einbruch folgte dann aber mit dem Stillstand der Produktionsbänder in den Autofabriken mit Ausbruch der Corona-Epidemie. Thomas Koepfer und Thomas Kampmann sehen ihr Unternehmen gut aufgestellt – auch für den Trend zur E-Mobilität.

Eigene Abteilung für E-Mobilität

„Auch bei dieser Technologie werden Präzisionszahnräder gebraucht. Unter anderem beschäftigen wir uns in der eigens 2016 gegründeten Koepfer Engineering GmbH mit der Entwicklung ganzer Antriebsstränge für E-Mobile. Nicht nur Frontantriebe, sondern auch ganz neue Konzepte, die eine Integration in die Hinterachse erlauben und den Entfall des Antriebskanals für den Antrieb der Hinterräder ermöglichen, sind in der Erprobung. Dies bietet die Möglichkeit für mehr Reichweite“, betont Thomas Koepfer.

Sofortmaßnahmen waren hilfreich

Beide begrüßen zudem das Angebot der Bundesregierung für Übergangskredite über die KfW ausdrücklich und bestätigen, dass die Sofortmaßnahmen wie die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen und Umsatzsteuer sehr wirksame Hilfsmaßnahmen zur Sicherung der Liquidität sind. Maschinenbau und Autozulieferer seien das wirtschaftliche Rückgrat des Südwestens, das Unterstützung verdiene, meinte Thorsten Frei.

Die angesprochenen Anstrengungen im Bereich E-Mobilität zeigten, dass die hiesigen Unternehmen über genügend Knowhow verfügten, um auch bei diesem Trend mitreden zu können.

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