Von 4,51 Euro auf 5,66 Euro klettern die Gebühren für Wasser und Abwasser in diesem Jahr. Der Gütenbacher Gemeinderat beschloss dies einstimmig in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwochabend.

Letzte Gebührenüberprüfung war 2015

Für das Wasser sind 2,36 Euro pro Kubikmeter zu zahlen, für das Abwasser 3,30 Euro. Bisher waren 2,02 Euro Wassergeld und 2,49 Euro für das Abwasser zu entrichten. Die Gebühren waren zum letzten Mal im Jahr 2015 überprüft worden, teilte Bürgermeisterin Lisa Hengstler mit. Bei der Neukalkulation habe die Verwaltung „die Variante zugunsten der Bürger“ ausgewählt.

Das könnte Sie auch interessieren

Abwasserbereich geht ins Geld

Hohe Verluste entstanden seit 2015 im Abwasserbereich, erläuterte Kämmerer Marcus Gruber. Sie summierten sich auf neun Euro pro Kubikmeter, eine Summe, die die Kommune den Bürgern nicht in Rechnung stellen wolle. Die Gebühren für 2021 müssen dagegen kostendeckend kalkuliert werden. Anders sieht es bei der Wasserversorgung aus. In den Jahren 2015 und 2016 wurden Überschüsse erwirtschaftet, erst seit 2018 waren Verluste zu verzeichnen. Dennoch wurden auch hier bei der Gebührenkalkulation zwar die Überschüsse berücksichtigt, nicht aber die Verluste.

Halbe Million Euro investiert

In die Wasserversorgung wurden 2017 und 2018 rund 500  000 Euro investiert in die Einbindung der Quellen Lehmannsgrund in die Wasserversorgung und in die Stilllegung des Hochbehälters Sommerberg. „Die Maßnahme im Lehmannsgrund machte sich schon mehrfach bezahlt“, hob die Bürgermeisterin hervor. Denn ohne das Wasser aus den Quellen hätte die Gemeinde den Trinkwasserbedarf am Ort zeitweise nicht decken können.

Hochbehälter stillgelegt

Unumgänglich war auch die Stilllegung des Hochbehälters Sommerberg. Er war das älteste Bauwerk der kommunalen Wasserversorgung und erfüllte die modernen Hygienestandards nicht mehr. Der Bau eines Druckminderschachtes sorgt nun für den Druckzonenausgleich.

Corona-Lockdown wirkt sich nicht aus

Im vergangenen Jahr wurden in Gütenbach 46  000 Kubikmeter Wasser verkauft, für 49  000 Kubikmeter Abwasser wurden Gebühren gezahlt. 60  000 Kubikmeter Wasser wurden aus der Anlage entnommen. Wider Erwarten ließ der Corona-Lockdown den Wasserverbrauch nicht ansteigen. Bislang wurden in Gütenbach Wasser und Abwasser im Oktober abgerechnet.

Künftig Gebühren öfter prüfen

Jetzt wurde umgestellt auf das Kalenderjahr. Die Verbräuche für die Monate November und Dezember 2020 wurden entsprechend dem bisherigen Verbrauch geschätzt und in Rechnung gestellt. Die nächste Selbstablesung ist zum Jahresende 2021 fällig. „Zukünftig sollten wir die Gebühren alle ein bis zwei Jahre überprüfen“, riet Gemeinderat Lorenz Wiehl. Das sei auf jeden Fall sinnvoll, stimmte Marcus Gruber zu.

Die Bürgermeisterin teilte mit, dass der Wasserverbrauch beim Auswechseln der Zähler alle sechs Jahre nochmals kontrolliert werde. In der nächsten Zeit werden in Gütenbach die Wasserzähler ausgetauscht.