Corona hin oder her: Die Stadtkapelle Furtwangen marschiert frohgemut in die Zukunft. Wer ihren Vorsitzenden Volker Schwer mit seiner heiteren und verbindlichen Art kennt, kann nur Positives erwarten, auch wenn es statt des großen Jahreskonzertes dieses Jahr wohl eher einen Spontanauftritt geben wird.

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Mit 50 Aktiven stellt der Verein eine große Gruppierung dar, ergänzt durch die 18 Musiker der Jugendkapelle. Neuen Schwung gab es, als Timo Hieske 2019 den Taktstock übernahm. Eingängige Stücke wie „Les Misérables“ oder „Der Zigeunerbaron“ erklangen beispielsweise am Neujahrskonzert, was gute Stimmung verbreitete und bestens beim Publikum ankam. Die Fasnet wurde noch gefeiert und eine Woche danach war Probe angesagt.

Alles anders

Doch dann sah die Welt plötzlich anders aus. Termine mit den Innsbrucker Böhmische oder das Festkonzert in Simonswald wurden abgesagt. Die musikalische Umrahmung der 100-Jahr-Feier der Firma Hermann und der Auftritt beim Gütenbacher Scherensägefest mussten entfallen. Auch die Nachwuchsausbildung ruhte, bis Präsenzunterricht wieder möglich wurde.

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Finanziell kam der Verein wohl mit einem blauen Auge davon, denn das Jahreskonzert und die Fasnet waren schon passé, als der Lockdown kam. „Gottseidank konnte noch vorher das 150. Jubiläum gefeiert werden“, sagte Schwer. Doch der große Posten Trödlermarkt ging verloren.

Sekt-Gruß

Die Musiker glaubten zunächst nicht, dass sich das Virus so extrem auswirken würde. Vom Dachverband habe es nur spärliche Nachrichten gegeben, so der Vorsitzende, der das Verständnis der Mitglieder lobt. Über Whats-App-Gruppen lief die Kommunikation und um die Musiker bei Laune zu halten, bekam jeder ein Fläschchen Sekt mit Grußkarte des Vorstands.

Die erste Probe

Jeder fieberte der ersten Probe entgegen, die nun endlich im Saal der Festhalle möglich wurde. Stühle wurden mit Namensschildern versehen und mit Abstand aufgestellt, Desinfektionsmittel stand zur Verfügung, Kondensat wurde entsorgt. Die erste Probe verlief äußerst emotional, schilderte Volker Schwer. Die Wiedersehensfreude nach viereinhalb Monaten sei groß gewesen. Die Musiker hätten für tollen Klang gesorgt und er habe frohe Gesichter einer „großen Familie“ gesehen. Ein Magnet war das Konzert auf dem Marktplatz, wo die Schwierigkeiten des Zusammenspiels auf Abstand spürbar waren. Es sei aber bestens gemeistert worden.

Intensive Planung

Im zweiten Halbjahr wird das Jahreskonzert vorbereitet, doch das große Orchester hat mit genügend Abstand keinen Platz auf der Festhallenbühne. Intensive Überlegungen des Vorstands sind im Gange, und man kann sich eher ein spontanes Konzert vorstellen. Zu bedenken sei auch die kälter werdende Jahreszeit. Das Programm 2020 wurde kopiert, und es wird beispielsweise der Auftritt beim Aachdorfer Hopfenfest auf 2022 verschoben.

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Der Vorsitzende Volker Schwer stößt auf Verständnis bei allen Mitstreitern, dass nicht der Vorstand die Regeln festlege, sondern versuche, das Nötige zweckmäßig zu behandeln. Er setzt weiter auf Kameradschaft, persönliche Begegnungen und Freude an der Musik. Harmonie sei weiterhin gefragt. „Das prägt auch das Bild nach außen“, sagt Volker Schwer, und bringe Achtung und Wertschätzung ein. Das Publikum solle von dem, was die Musiker können und besser als andere beherrschen, begeistert werden. Schließlich soll der Applaus beweisen: „Es war schee.“