Die Folgen der Corona-Pandemie haben auch die Kulturfabrik Furtwangen getroffen. Doch der Vorsitzende Jacques Barthillat und sein Team lassen sich nicht unterkriegen und setzen sich für das Machbare ein.

Lagerraum stand komplett unter Wasser

Allerdings wurde der Kulturbetrieb nicht nur durch das Virus getroffen. Vor kurzem gab es einen Wasserschaden, der die Elektrizität beeinträchtige, Deckenteile unbrauchbar machte und Stühle beschädigte. Komplett unter Wasser stand der Lagerraum.

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15 Helferinnen und Helfer stehen parat

In Eigenregie will man die Deckenplatten entfernen und neu installieren. Für die Überprüfung der Elektrik sorgte Dieter Schneider. 15 Männer und Frauen stehen als Helfer zur Verfügung, und bis nach den Sommerferien soll alles wieder perfekt sein. Jüngere Mitarbeiter wären herzlich willkommen, betonen die Verantwortlichen.

„Hillu‘s Herzdropfa“ am 17. Juli in der Festhalle

Wegen Corona mussten die Veranstaltungen von März bis Juni abgesagt werden. Der Auftritt von „Hillu‘s Herzdropfa“ mit dem schwäbischen Titel „Dobblet gmobblet“ am 17. Juli um 20 Uhr kann dank der Unterstützung der Stadt unter entsprechenden Bedingungen in der Festhalle stattfinden. Dabei können die Verantwortlichen auf ein treues Publikum zählen, die Vorstellung ist bereits ausverkauft, nur 99 Personen sind zugelassen.

Weitere Veranstaltungstermine bis Ende des Jahres

Was die Macher außerdem freut: Der März-Termin kann am 27. September nachgeholt werden. Da wird der bayerische Kabarettist Michael Altinger mit seinem „Schlaglicht“ auftreten. Schon 130 Karten waren verkauft. Schon am 18. September kommt Thomas Schreckenberger mit „Hirn für alle“, für Oktober sind „Zydeco Annie & The Swap Cats“ geplant. Ein Muss für Freunde der Kulturfabrik wird Werner Koczwara mit „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt“ im November sein, und im Dezember erwartet Irmgard Knef die Besucher mit „Glöckchen hier – Glöckchen da“. Wo die Veranstaltungen stattfinden werden, ist noch nicht festgelegt.

Teure Konsequenzen

Einiges bleibt an dem Verein „Uhr & Kultur“ hängen, denn die Betriebskosten werden nicht weniger. Miete muss bezahlt werden, für die Schadensbehebung muss man aufkommen, der Eingangsbereich und die Türverkleidung müssen mit neuen Plakaten und anderen Accessoires versehen werden. Ferner wurde das Sponsoring auf 2021 verschoben, doch der Verein hofft, dass die Unterstützer treu bleiben. Erfreulicherweise setzte die EGT den monatlichen Abschlag herab und bot neue Vertragsbedingungen an.

Bedauern mit Künstlern

Keine Probleme gab es mit den Künstlern, denen abgesagt werden musste. Sie seien teils konsterniert, teils lethargisch gewesen. Barthillat bedauert deren Situation, denn mancher Kleinkünstler müsse nun mit Hartz IV auskommen und dürfte nur 180 Euro dazuverdienen.

Zuschüsse für Künstlergagen als Wunsch

Der Vorsitzende von „Uhr & Kultur“ fände es toll, wenn es Zuschüsse für die Künstlergagen gäbe, denn davon würden Künstler, Veranstalter und die Kulturszene profitieren, denn „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts“ (Zitat Richard von Weizäcker). Erfreulich rasch habe eine Landes-Soforthilfe den Veranstalter erreicht, mit der er zwei Monatsmieten abdecken konnte. Dankbar ist man auch dem Landtagsabgeordneten Karl Rombach, der sich für das kulturelle Landessoforthilfeprogramm stark machte.

Übertragungen per Livestreams im Internet kein dauerhafter Ersatz

Eine Änderung des Konzepts der Kulturfabrik sei nicht angedacht. Livestream-Veranstaltungen kann Barthillat nichts abgewinnen: „Kleinkunst mit Abstand kann auf Dauer nicht funktionieren.“ Das Publikum sei über die notwendigen Maßnahmen der letzten Monate traurig gewesen, aber negative Stimmen habe es nicht gegeben.

Für 2021 steht das Programm, das 30-jährige Bestehen wird gefeiert. Als Highlight wird der Schweizer Schauspieler und Musiker Pasquale Aleardi mit seinem Trio im Februar erwartet.

 

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