Naturnahe Gewässer und besserer Hochwasserschutz, das sind die Ziele für die Breg und ihre Nebengewässer. In der Schönenbacher Ortschaftsratssitzung erläuterte Landschaftsplanerin Doris Hug den Plan, der für die Stadt aufgestellt werden soll. Der Ortschaftsrat war das erste Gremium, das über die Vorplanungen zum Gewässerentwicklungsplan für die Breg und ihre Nebengewässer informiert wurde. Es folgen weitere Ortsteile und vor allem auch der Gemeinderat. In Schönenbach stellte Doris Hug vor allem die Situation der Breg in Schönenbach vor und zeigte auf, wo bei dieser Gewässerentwicklung Veränderungen und Verbesserungen angestrebt werden sollen.

Die Breg bei Schönenbach auf einer Aufnahme vom April 2017. Deutlich zu sehen ist, wo das Hochwasser ein paar Tage zuvor ein Stück der Böschung abriss. Mittlerweile wurden dort massive Findlinge zum Schutz des Ufers eingebaut. (Archivbild)
Die Breg bei Schönenbach auf einer Aufnahme vom April 2017. Deutlich zu sehen ist, wo das Hochwasser ein paar Tage zuvor ein Stück der Böschung abriss. Mittlerweile wurden dort massive Findlinge zum Schutz des Ufers eingebaut. (Archivbild) | Bild: Jürgen Liebau

Bei der Aufstellung dieses Planes wird zuerst einmal der Bestand mit allen Bereichen von dem historischen Verlauf über die Nutzung und die Bereiche des Naturschutzes bis zum aktuellen Verlauf erfasst. Daraus folgend wird ein Leitbild entwickelt, wie man das Gewässer unter den aktuellen Gegebenheiten weiterentwickeln, also rundum verbessern könnte. In der Folge wird das Gewässer bewertet, und nicht zuletzt werden Probleme und Defizite aufgezeigt. Dann stellt sich die Frage, wie man diese Defizite beseitigen und das Gewässer sanieren kann. Hieraus werden verschiedene Maßnahmen entwickelt.

Wenn die Vorgaben und Ziele bereits erfüllt sind, kann das Gewässer in diesem Bereich auch unverändert belassen werden. Weiter kann aber auch die weitere Entwicklung, beispielsweise durch Empfehlungen zur Nutzung rund um das Gewässer, als Ziel vorgegeben werden. In manchen Bereichen wird es auch nötig sein, Umgestaltungen vorzunehmen, indem beispielsweise ungünstige Hindernisse beseitigt oder harte Ufer-Verbauungen umgestaltet werden, wurde in der Sitzung erläutert.

Der Bestand des Gewässers, also hier der Breg in Schönenbach, wird parzellengenau ermittelt und detailliert auf einer Karte festgehalten. Hier wird erkennbar, welche Bereiche der Breg noch weitgehend natürlich belassen wurden und wo man massiv in den Verlauf eingegriffen hat.

Der Gewässerentwicklungsplan ist die wesentliche Voraussetzung, dass das Land entsprechende notwendige Maßnahmen mit einem kräftigen Zuschuss von 85 Prozent fördert. In die Planungen und Maßnahmen werden die Anlieger und teilweise auch Grundstückseigentümer einbezogen. Es gebe auch keinen Zwang für eine Maßnahme, alles bleibe freiwillig, wurde betont. Aber bei vielen Maßnahmen sei auch erkennbar, wie sinnvoll es sei, hier etwas zu unternehmen.

Doris Hug stellte verschiedene Beispiele vor. So gibt es noch Hindernisse im Verlauf der Breg, beispielsweise aus ehemaligen Stauwehren. Diese stufigen Hindernisse verhindern für verschiedene Fischarten das Weiterkommen. Eine natürliche Entwicklung ist es, wenn sich die Breg neue Wege sucht und Uferbereiche wegspült. Hier gibt es dann wieder Konflikte mit den Grundstückseigentümern, die landwirtschaftliche Fläche verlieren. Es gibt viele verschiedene Aspekte, die berücksichtigt werden müssen.

Von den Ortschaftsräten in die Diskussion gebracht, wurde unter anderem die Wetterentwicklung mit zunehmenden Starkregen-Ereignissen, während die Hochwasser früher bei der Schneeschmelze wesentlich häufiger gewesen seien als heute. Ebenso kritisiert wurde, dass dem Biber, der sich inzwischen stark verbreitet, alle Freiheiten gelassen werden, auch wenn er neue Stauwehre baut und eigentlich gewünschte schattenspendende Bäume fällt.