Im Stöcklewald fand am Wochenende das AMS-Camp statt. Das Zeltlager politisch interessierter junger Menschen ging vor einigen Jahren unter dem Schlagwort Action, Mond und Sterne (AMS) an den Start. Damals musste das Camp von Simmersfeld nach Furtwangen umziehen.

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Nach einer coronabedingten Pause 2020 war der Zeltplatz auf dem Gelände des Falkenlagers unterhalb des Stöcklewaldturms dieses Jahr wieder der Schauplatz. Mit einem umfangreichen Hygienekonzept, mit auf 500 Gäste halbierter Teilnehmeranzahl und einem dennoch umfangreichem Programm. Der Mond und die Sterne stehen für den Himmel im Schwarzwald, Action dagegen für den Inhalt. Denn es wird nicht einfach nur gezeltet. Vielmehr geht es beim AMS-Camp vor allem um Politik, Kultur und Musik.

  • Themen: Im Mittelpunkt des Zeltlagers stehen neben Kunst und Kultur Vorträge und Diskussionen zur Kritik am Geschlechterverhältnis, Kapitalismus und Nationalismus. In den Workshops werden die aktuelle Situation in Afghanistan oder der Klimawandel beleuchtet, auch linke Kritik an den Corona-Verordnungen – ohne dabei in Verschwörungstheorien abzudriften – sowie Chinas (Wirtschafts-)Politik. Neben Filmvorführungen gab es Lesungen zur kritischen Betrachtung zum Thema Heimat sowie Theater als Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Frauenrechten.
  • Versorgung: Das Team der Volxsküchen-Maulwürfe aus Freiburg sorgte dabei für eine abwechslungsreiche, günstige und vegane Kost mit viel Gemüse und Obst aus der Region, unterstützt von Helfern aus dem Camp. Für Ordnung im Camp sind im fünften Jahr in Folge die freiwilligen Mitglieder der Rosa-Cäppie-Gäng verantwortlich. Das Camp ist sauber, kein Abfall liegt herum, selbst für Flaschen gibt es überall Sammelplätze.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Volxküche Maulwürfe aus Freiburg bereiten ein veganes Essen zu. Für sieben Euro pro Tag erhalten die Campteilnehmer drei Mahlzeiten.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Volxküche Maulwürfe aus Freiburg bereiten ein veganes Essen zu. Für sieben Euro pro Tag erhalten die Campteilnehmer drei Mahlzeiten. | Bild: Hans-Jürgen Kommert
  • Geimpft oder getestet: „Rund 80 Prozent der Teilnehmenden sind bereits durchgeimpft“, sagten Pia Göser und Jonas Kettig vom Orga-Team. Wer es nicht war, musste sich täglich testen lassen. Am Infozelt wurden täglich etwa 100 Corona-Tests durchgeführt. Wenn abends die Musik ertönte, wurde für den nötigen Abstand gesorgt.
  • Spontane Umsetzung: Dass die Veranstaltung stattfinden konnte, stand angesichts der Pandemie erst im Juni fest, wie seitens des Organisationsteam erklärt wurde. Während normalerweise bereits ein Jahr im Voraus die Zusage steht, habe man sich nun erst Mitte Juni dazu entschieden, das Camp stattfinden zu lassen – die Motivation sei dagewesen und die Inzidenzzahlen im Keller. Um zu informieren, fütterten die Akteure vergangene Woche die Briefkästen der Rohrbacher. In dem Schreiben warb man für Verständnis, wenn es abends etwas lauter werden sollte.
  • Hygienekonzept: Doch angesichts der Pandemie hätte es diverser Änderungen in der Organisation bedurft, so habe ein besonderes Hygienekonzepts erarbeitet werden müssen, das dann die Stadt Furtwangen genehmigt hatte. Dies beinhaltete auch die geringere Teilnehmerzahl, darüber hinaus habe man den Impfstatus abgefragt. Zudem herrschte teilweise Maskenpflicht.
  • So kommt das Camp an: Die Versammelten zeigten eine große Freude am Camp und nahmen die Angebote wahr. Einige seien seit einem Jahr kaum noch unter Menschen gewesen, sodass alle Helfer höchst motiviert gewesen seien, hieß es. Nach vier erlebnisreichen und von vielerlei Gesprächen und Diskussionen geprägten Tagen ging das Camp am Sonntag zu Ende.