Wie ein Damoklesschwert hängt der Fachkräftemangel über dem Furtwanger Altenheim St. Cyriak. Das machte Einrichtungsleiter Peter Baake in der Hauptversammlung deutlich. Noch fülle man Lücken mit teuren Aushilfskräften. In absehbarer Zeit aber drohe ein Aufnahmestopp für das Altenheim „oder noch Schlimmeres“, so Baake.

An Bewohnern mangelt es im Altenheim St. Cyriak nicht, wohl aber an Pflegefachkräften.  Bild: Jürgen Liebau
An Bewohnern mangelt es im Altenheim St. Cyriak nicht, wohl aber an Pflegefachkräften. Bild: Jürgen Liebau

Eigentlich ist das Altenheim St. Cyriak auf einem guten Weg, wie Peter Baake in seinem Bericht beim Caritas Altenheim-Verein St. Cyriak berichten konnte. Die finanziellen Ergebnisse seien durchweg positiv. Doch zum Ende des vergangenen Jahres zeigte sich ein anderes Problem. Aus unterschiedlichen Gründen hatten mehrere Mitarbeiter ihre Tätigkeit im Altenheim St. Cyriak beendet und dadurch wurde nun der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege deutlich.

Aktuell seien, so Baake, sechzs Stellen unbesetzt. Alle Bemühungen, neue Bewerber zu finden, seien bisher erfolglos gewesen. Seit Dezember habe es auch keine einzige Bewerbung auf eine der offenen Stellen gegeben, trotz vieler Inserate und anderer Aktionen.

Schwarzwald ist nicht beliebt

Mit ähnlichen Problemen hätten nach seinen Informationen auch die Einrichtungen in den Nachbargemeinden zu kämpfen, erklärte der Heimleiter. Denn offensichtlich wolle niemand in den Schwarzwald ziehen, um hier eine solche Tätigkeit aufzunehmen. In der Folge müssen diese freien Plätze mit Leiharbeitern und freiberuflichen Mitarbeitern besetzt werden. Denn die Anzahl der Fachkräfte ist durch den Personalschlüssel Altenpflege abhängig von der Zahl der Bewohner gesetzlich vorgegeben.

Mit diesen fremden Kräften könne man die Lücke zwar kurzzeitig schließen. Aber dies bringe wieder zwei Probleme mit sich: Es sind keine festen Arbeitnehmer, die Einrichtungsleitung habe hier wenig Ansatzmöglichkeit, um auf die Mitarbeiter einzuwirken und diese integrieren sich auch nicht voll in das Team. Zudem seien diese fremden Fachkräfte wesentlich teurer als fest angestellte Mitarbeiter. Inzwischen werde fast ein Viertel der Personalkosten für Fremdkräfte aufgewandt, was auf Dauer nicht mehr praktikabel sei. Damit würde mit der Zeit die Zahl der Fachkräfte sinken. Dies wäre wiederum für die Heimaufsicht die Veranlassung, für das Haus einen Aufnahmestopp zu verhängen, die Zahl der Bewohner würde also sinken.

Auf Anfrage von Eduard Herth erläuterte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Rainer Lübbers, was das „oder noch Schlimmeres“ von Peter Baake konkret bedeuten würde. Die Antwort: Bei einer geringeren Belegung könne das Haus nicht mehr wirtschaftlich arbeiten, seine Existenz sei letztendlich sogar bedroht. Eine Senkung der Heimplätze würde auch der Entwicklung entgegen laufen, dass der Bedarf für die Altenheim-Betreuung stetig steige und auch St. Cyriak voll ausgelastet sei.

Hier erhofft sich das Altenheim St. Cyriak nun Unterstützung durch die Politik, begonnen bei der Kommune. Diese Hilfe forderten auch Eduard Herth und Beisitzer Franz Sauter deutlich ein, damit nicht die gleiche Entwicklung beginne wie beim Furtwanger Krankenhaus.