Das aktuelle Heimatblättle des Heimat- und Geschichtsvereins Gütenbach ist erschienen. Es ist im Landmarkt, bei der Sparkasse und im Dorf- und Uhrenmuseum erhältlich. Im Vorwort spricht Vorsitzender Manfred Danner die außergewöhnliche Situation an und verweist auf die Schäden, die Orkan Sabine am Museum angerichtet hat. Die Corona-Zeit wurde zum Weiterbau des Ortsmodells genutzt.

Verschwiegen liegt der Untere Schererhof kurz vor dem Ortseingang zu Gütenbach. Von der Landstraße aus ist er nicht zu sehen.
Verschwiegen liegt der Untere Schererhof kurz vor dem Ortseingang zu Gütenbach. Von der Landstraße aus ist er nicht zu sehen. | Bild: Siegfried Kouba

Auskunft über die 500-jährige Historie des „Unterscherenhofs“ gibt im Heimtblättle ein chronologischer Überblick. Bereits 1504 ist ein Clewj Schunhart als Besitzer nachgewiesen. Zuletzt bewirtschaftete Engelbert Dorer den Hof, der das Anwesen 1997 an seine Tochter Renate Tesch übergab.

Mit dem Rad war‘s schwierig

Breiten Raum nehmen in dem Blättle die Lebenserinnerungen Oswald Scherzingers ein. Der rührige Gütenbacher war geistiger Vater des Heimat- und Geschichtsvereins und wurde sein Ehrenvorsitzender. Die Autobiografie reicht von seiner Lehre als Drechsler bis zur Vollendung des Museums. Eine wahre Anekdote sind Scherzingers Erlebnisse mit seinem „ersten und letzten Fahrrad“. Beschwerlich war der Weg zur Arbeitsstelle. Gegenwind und kaputte Reifen plagten. Letztlich verlieh er das Gefährt an Fritz Sprenger, der meinte: „Ja willst du das wieder haben? Ich habe es zersägt und eine Rikscha daraus gebaut.“

Das Museum als Krönung

Ausführlich werden die Ereignisse nach dem Krieg geschildert. Eine gute Zäsur war die Arbeit bei der Firma Faller, wo er zunächst zehn Pfennige als Stundenlohn bekam. Die schönen Seiten waren die Erlebnisse im Wildgutacher „Löwen“, der Erwerb einer Vespa und die Hobbys. Gekrönt wurde der Lebenslauf mit der Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins 1984 und der Entstehung des Dorf- und Uhrenmuseums.

Während der Coronazeit hatte Hardy Faller Muße, um 8000 Dias der Narrengesellschaft zu digitalisieren. Jedoch fehlen Bilder aus den 1940er- bis 1960er-Jahren. Er bittet nun, ihm alte Fotos zur Verfügung zu stellen.