Die Corona-Krise hat dem Tourismus in Gütenbach arg zugesetzt. Im vergangenen brach die Zahl der Übernachtungen und Gästeankünfte stark ein. Die Zahl der Übernachtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 31,1 Prozent, die Zahl der Gästeankünfte sank um 43 Prozent. Diese Zahlen stellt die Touristik-Gemeinschaft Zweitälerland (ZTL) zur Verfügung. Die Elztal & Simonswäldertal Tourismus GmbH & Co. KG wurde am 1. Januar 2000 gegründet. Gesellschafter sind die Gemeinden Biederbach, Elzach, Gutach im Breisgau, Simonswald, Waldkirch und Winden im Elztal. Seit 2014 ist Gütenbach kooperatives Mitglied.

Wachstum seit 2008

Dass diese massiven Rückgänge eine Folge der Corona-Krise sind, beweist der Blick in die Statistiken der Vorjahre. Seit 2008 kletterten nämlich im gesamten Zweitälerland die Gästeankünfte kontinuierlich nach oben. 2019 konnte sogar die 100.000er-Marke geknackt werden. Dann das Corona-Jahr 2020: Gegenüber dem Vorjahr sanken die Gästeankünfte um 34,8 Prozent auf 68.513. Die Zahl der Übernachtungen sackte auf 273.655 (minus 26,1 Prozent) ab. Sowohl die Ankünfte als auch Übernachtungen sind somit auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren abgesackt.

Hoffnungsvoller Jahresbeginn

„Eine solche Rückwärtsbewegung haben wir im Zweitälerland noch nicht erlebt“, schildert ZTL-Geschäftsführerin Ulrike Weiß ihre Erfahrungen aus dem Krisenjahr. „Nach den ersten beiden Monaten, die ein gutes Geschäftsjahr erwarten ließen, ging es nun darum, zu stornieren statt zu buchen, abzubauen statt aufzubauen, Gästen abzusagen statt sie zu begrüßen. Der Sommer und auch der Herbst waren zwar richtig gut, aber Nachholeffekte gibt es in unserer Branche nicht“, so Weiß.

Perspektiven fehlen noch

Wie geht es nun weiter? „Ein absehbares Ende ist ja leider immer noch nicht richtig in Sicht. Die von so vielen geforderte klare Perspektive für den Tourismus ist wieder vertagt worden“, beklagt Ulrike Weiß. Immerhin gebe es Lichtblicke. So hat sich die durchschnittliche Verweildauer im Zweitälerland erhöht. Sie stieg um 0,5 auf vier Tage. Das heißt, dass die Gäste, die da waren, länger blieben.

Löwenanteil der Gäste aus dem Land

Die Statistik nennt weitere Kennzahlen: Im Jahr 2020 boten 248 Betriebe (2019: 266) insgesamt 3741 Schlafgelegenheiten in der Ferienregion an, 2019 waren es noch 3963. Der Löwenanteil der Besucher von 81 Prozent stammt aus Deutschland. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg (40 Prozent), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (13 Prozent) und Rheinland-Pfalz (acht Prozent). Die Pandemie zeigte sich auch deutlich bei der Zahl der ausländischen Gäste. Ulrike Weiß: „In den letzten Jahren kamen gut ein Viertel der Gästeankünfte aus dem Ausland. Tendenz steigend. Im Jahr 2020 kamen dagegen nur 19 Prozent ausländische Gäste.“