„Wir haben seit etwa eineinhalb Jahren nicht geprobt“, bedauerte die Vorsitzende des Gesangvereins Schönenbach, Gisela Hermann, zu Beginn der Hauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus.

Trotzdem hielten die Mitglieder ihrem Verein die Treue – die Mitgliederzahl blieb mit rund 25 Aktiven und 80 Passiven konstant. Schriftführer Hubert Fehrenbach hatte die Details des Vereinslebens aufgelistet: zahlreiche Geburtstage sowie die Beerdigung von Pater Hettel. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Proben im März vorigen Jahren eingestellt werden.

Ab 15. September wurde zwar wieder geprobt, aber nur einen Monat lang. Dennoch begleiteten immer drei bis vier Sänger jeweils die Gottesdienste in Schönenbach. Organisiert wurden diese Einsätze von Gisela Hermann.

Klaus Hettich berichtete über einen soliden Kassenstand. Durch zahlreiche Spenden hielt sich der Jahresverlust in Grenzen, obwohl alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten.

„Wir haben alle gelitten unter der coronabedingten Zwangspause“, betonte Dirigentin Beatrix Scherer. Sie bedauerte, dass „die Verantwortlichen uns vergessen haben“. „Chorgesang ist nicht gefährlicher als Sport.“ Das Singen in Gesellschaft könne bewegen und befreien. Der Chor sei nicht nur „eine Ansammlung von Leuten“, sondern ein feinfühliges Instrument. Noch sei leider offen, wann die Proben wieder beginnen können.

Seit 50 Jahren singt Hildegard Wehrle (rechts) im Schönenbacher Gesangverein. Die Vorsitzende Gisela Hermann ehrt sie mit Blumen und Urkunden
Seit 50 Jahren singt Hildegard Wehrle (rechts) im Schönenbacher Gesangverein. Die Vorsitzende Gisela Hermann ehrt sie mit Blumen und Urkunden | Bild: Christa Hajek

Für 50 Jahre Chorgesang wurde Hildegard Wehrle geehrt, die Vorsitzende Gisela Hermann dankte ihr mit einem Gedicht für viele Verdienste rund um den Verein.

Bei den Wahlen blieb der Posten des zweiten Vorsitzenden mangels Bewerbern unbesetzt. Schriftführer ist weiterhin Hubert Fehrenbach, als Beirat der passiven Mitglieder wurde Christof Hepting wiedergewählt, als Notenwartin Gertrud Dilger.

Der Gesangverein hofft, ab September wieder proben zu können. Weitere Veranstaltungen können derzeit nicht geplant werden, teilte Gisela Hermann mit.

Ortsvorsteher Ralph Wehrle dankte dem Gesangverein für sein Engagement im Dorf und sprach die Hoffnung aus, dass in diesem Jahr doch noch Auftritte möglich sein werden. Pfarrer Harald Bethäuser hob die Verbundenheit zwischen Gesangverein und Pfarrgemeinde hervor und äußerte sich zuversichtlich: „Wir stehen das durch.“