Sieben Semester für spannende neun Monate: Das Land Baden-Württemberg ermöglicht die Einrichtung eines neuen Studiengangs an der Hochschule Furtwangen (HFU): ab dem Wintersemester 2021/22 gibt es 40 Plätze für die Hebammenwissenschaft. „Wir sind sehr glücklich über diesen Zuschlag“, sagt der künftige Studiendekan Peter König. Mit diesem Angebot könne der Bedarf an Studienplätzen vor allem im ländlichen Raum im Süden Baden-Württembergs gedeckt werden.

Schwangere, Neugeborene und junge Familien umfassend betreuen

Frauen und ausdrücklich auch Männer lernen im Studiengang Hebammenwissenschaft alles rund um die Begleitung von Frauen während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett. Darüber hinaus eignen sich die Studierenden Fähigkeiten an, Schwangere individuell und umfassend zu beraten und zu betreuen, Neugeborene auf dem Weg ins Leben zu unterstützen und für die jungen Familien in ihrer neuen Lebensphase da zu sein.

Regionale Kooperationen

Das Konzept für den neuen Studiengang hat die HFU in Kooperation mit den Hebammenschulen der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Lahr, der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe des Schwarzwald-Baar-Klinikums in Villingen-Schwenningen und der Hebammen Akademie Südwest in Freiburg entwickelt.

Eineinhalb Jahre Vorbereitung

„Auf diesen Moment haben wir uns eineinhalb Jahre lang gemeinsam mit der Hochschule sehr intensiv vorbereitet“, erklärt Arne Holthuis, Leitender Pflegedirektor und Leiter der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe am Schwarzwald-Baar-Klinikum. „Unsere Hebammenausbildung im bisherigen Schulsystem hat lange Tradition. Mit dem neuen Studiengang gelingt es, unseren Ausbildungsauftrag in enger Kooperation mit der Hochschule Furtwangen im akademischen Sektor fortzuführen. Darüber freuen wir uns sehr.“

Die theoretischen und fachpraktischen Lehrveranstaltungen werden hauptsächlich am Campus Furtwangen der Hochschule stattfinden.

Berufspraktische Studienphasen

Für einen Großteil des Studiums sind berufspraktische Studienphasen vorgesehen. Diese werden in geburtshilflichen Einrichtungen und Krankenhäusern sowie bei freiberuflich tätigen Hebammen in der Region durchgeführt werden.

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„So lernen die Studierenden den spannenden Berufsalltag von erfahrenen Hebammen im Kreißsaal, auf der Wochenbettstation, in Geburtshäusern oder Praxen frühzeitig und umfassend kennen und können ihre an der Hochschule erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im realen Praxiseinsatz anwenden“, erläutert König.

Karriereweg in Forschung und Lehre steht offen

In sieben Semestern soll das Studium zur Führung der Berufsbezeichnung „Hebamme“ und des akademischen Abschlusses „Bachelor of Science Hebammenwissenschaft“ berechtigen. Damit können Absolventen auch international als Hebamme arbeiten. Außerdem ist eine Laufbahn in Forschung und Lehre oder ein weiterführendes Masterstudium möglich.

HFU hat schon Erfahrung im Bereich Gesundheitsberufe

Im Zuge der Akademisierung der Gesundheitsberufe werden derzeit bundesweit Studiengänge für das Hebammenwesen geschaffen. Innerhalb des Landes Baden-Württemberg wurden an mehreren Hochschulen und Universitäten Hebammenstudiengänge eingerichtet. Die Hochschule Furtwangen hat im Bereich der Akademisierung der Gesundheitsberufe mit dem Studiengang Physiotherapie bereits umfangreiche und positive Erfahrungen gesammelt.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Weiterqualifizierung auf Masterniveau mit dem Studiengang Angewandte Gesundheitsförderung. Der Aufbau weiterer Masterstudiengänge an der HFU wird angestrebt.