Computer und Co. ziehen immer mehr in die Schulen und Klassenzimmer ein. Digitale Unterrichtsmöglichkeiten sollen nun auch an den Furtwanger Schulen verstärkt genutzt werden, wobei man an einem „überschaubaren“ Beispiel beginnen möchte. Dank des Digitalpakts von Bund und Ländern kann auch nach Furtwangen öffentliches Geld fließen, um Wünsche für digitalen Unterricht und neue Lernmethoden zu befriedigen. Voraussetzung ist, dass die Begehrlichkeiten an jeder Schule in einem sogenannten Medienentwicklungsplan schriftlich formuliert werden, wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung informiert. Bürgermeister Josef Herdner teilte dem Gremium mit, dass alles Schulen in Furtwangen und Neukirch mit solchen Medienentwicklungsplänen befasst seien, damit man sukzessive an die Umsetzung gehen könne.

Glasfaserkabel liegt schon

Den Anfang macht die Grundschule in Neukirch. Vorteil hier ist eine bereits bestehende Glasfaseranbindung. Außerdem spricht die „sympathische“ überschaubare Größe der Schule dafür, hier erste Erfahrungen bei der Realisierung des Digitalpakts zu machen, erläuterten Holger Springsklee und Klaus Kuhnt vom Kreismedienzentrum gegenüber dem Gemeinderat. „Dann werden die Projekte größer“, schaute Springsklee in die Zukunft. Es folge die Friedrichschule in Furtwangen, und es gehe dann weiter, bis man schließlich irgendwann beim OHG angelangt sei.

421 000 Euro Zuschuss

Anhand der Schülerzahl bemisst sich die vom Digitalpakt zu erwartende Fördersumme von 421  300 Euro. Die Stadt muss mindestens 20 Prozent der Kosten übernehmen, so ergibt sich ein Gesamtvolumen von 526 800 Euro. Im Gremium wurde von verschiedenen Seiten angezweifelt, ob diese gute halbe Million Euro ausreicht für die Umsetzung der Medienentwicklungspläne an allen Furtwanger Schulen. Heinz Guhl (SPD) hinterfragte in diesem Zusammenhang, ob es sinnvoll sei, ausgerechnet mit der Grundschule in Neukirch zu beginnen, wobei Isolde Grieshaber (UL) die Hoffnung äußerte, dass weitere Mittel vom Bund fließen werden, damit auch wirklich alle Schulen zum Zug kommen.

Zeitrahmen eng gesteckt

Der Zeitrahmen ist eng gesteckt. Maßnahmen, die über den Digitalpakt gefördert werden, sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Kämmerer Franz Kleiser riet, die Anträge zügig auf den Weg zu bringen, um keine Fristen zu versäumen. Im Fall der Grundschule Neukirch belaufen sich die Kosten für die geplante medientechnische Ausstattung auf insgesamt 54 300 Euro. Die Stadt müsste davon 11 320 Euro übernehmen, hieß es in der Sitzung. Die von der Stadtverwaltung für dieses Thema zuständige Bernadette Burt erläuterte die Pläne: So sollen zwei Klassenzimmer der Neukircher Grundschule entsprechend digital ausgestattet werden. Hierzu gehören interaktive Tafeln, Medienpulte, Digitalkameras und mobile Computer (Notebooks).

Schon Grundschüler profitieren

In der Verwaltungsvorlage war die Rede von Investitionen, um die Grundschüler auf „die steigenden Herausforderungen im späteren Beruf“ vorzubereiten. Das wurde vom Gemeinderat eher humorvoll kommentiert. Wobei Klaus Kuhnt anmerkte, dass gerade auch Grundschüler von den neuen digitalen Möglichkeiten profitierten. Als Beispiel erwähnte er bildhafte Darstellungen eines sicheren Schulwegs. Die Visualisierungsmöglichkeiten über die neue EDV erlaubten ein Lernen, das mit klassischem Unterrichtsmaterial nicht zu schaffen sei. Bernadette Burt wies auf die Unterstützung bei der Pflege der Software hin, die vom Landesmedienzentrum für rund 350 Euro jährlich übernommen werden könnte. Das sei „super günstig“. Letztlich stimmte der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen für die medientechnische Ausstattung der Grundschule Neukirch. Schulleitung und Verwaltung sollen die Beschaffung vorbereiten und die notwendigen Ausschreibungen durchführen, lautet der Beschluss.

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