Massive Änderungen stehen in der Furtwanger Schullandschaft an. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass während der Sanierung am Otto-Hahn-Gymnasium die Anne-Frank-Grundschule mit Beginn des kommenden Schuljahres im September für etwa zwei Jahre in das Gebäude der Friedrichschule umziehen muss, um am Ilben Platz für Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschulzug zu schaffen. Der Gemeinderat beschloss diese Regelung einstimmig, wobei Details noch zu klären sind.

Verschiedene Möglichkeiten geprüft

Aber auch die anderen städtischen Schulen im Stadtgebiet sind davon betroffen. Wie die Verwaltung ausführte, wurden im Vorfeld verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie man den Schulbetrieb weiterführen kann, während das Gebäude des OHG grundlegend saniert wird.

Die zahlreichen Zuhörer, darunter auch die Schulleiter der vier betroffenen Schulen.
Die zahlreichen Zuhörer, darunter auch die Schulleiter der vier betroffenen Schulen. | Bild: Stefan Heimpel

Alternativen kosten „ein Schweinegeld“

Als einzig sinnvolle Variante ergab sich dann die Verlegung der Anne-Frank-Schule und die Nutzung der Räume durch das OHG. Die anderen Alternativen würden ein „Schweinegeld“ kosten, so Dirk Ebeling (CDU). Allerdings werden auch Teile des bisherigen OHG-Gebäudes und des neuen Anbaus weiter genutzt. Aktuell geprüft wird die Frage nach weiteren Räumlichkeiten.

Mit Zwischenwänden neue Räume schaffen

Die eine Möglichkeit sind Räume in der Werkrealschule, wobei hier beispielsweise durch Zwischenwände in der Aula weitere Klassenräume geschaffen werden können. Die andere Alternative wäre der Umzug des SBBZ (die bisherige Förderschule) aus dem dritten Pavillon in die Werkrealschule, sodass die Schüler des OHG alle drei Pavillons zur Verfügung hätten.

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Alle Fraktionen sind sich einig

Alle vier Fraktionen im Gemeinderat unterstützten dieses Vorhaben, zu dem es keine Alternative gebe. Nicht zuletzt stehe man auch wegen der genehmigten Zuschüsse unter einem gewissen Zeitdruck, so Rainer Jung (FWV).

Zeitplan von zwei Jahren ist strikt einzuhalten

Gleichzeitig wurde aber auch von den Gemeinderäten deutlich gemacht, dass man den Zeitplan für die Sanierung von etwa zwei Jahren strikt einhalten müsse, um die Belastung vor allem für die Schüler und Lehrer nicht noch weiter auszudehnen.

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„Zumutung für die Schulen“

Beispielsweise Ulrich Mescheder (UL) bezeichnete diese Lösung als eine „Zumutung für die Schulen“. Und auch Bürgermeister Josef Herdner ist es klar, dass die Anne-Frank-Grundschule besonders belastet wird, da sie komplett in das Gebäude der Friedrichschule umzieht.

Parallel zwei Grundschulen in einem Gebäude

In dem Gebäude sind dann parallel zwei Grundschulen untergebracht. Ulrich Mescheder (UL) forderte auch eine deutliche Formulierung in dem Beschluss, dass die Anne-Frank-Schule bei der Unterbringung im Gebäude der Friedrichschule auch weiterhin eine eigenständige Schule bleibt, bei der auch die Ganztagsbetreuung gesichert bleibt.

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Grundschüler profitieren später von tollem Schulgebäude

Gelobt wurde von allen Seiten die große Kooperationsbereitschaft der Schulleitungen und der Eltern bei den Beratungen. Bernhard Braun (SPD) meinte dazu, dass nun zwei schwere Jahre auf die Schulen zu kommen, man dann aber am Bühl eine tolle Schule haben werde, von der nicht zuletzt auch die jetzigen Grundschüler profitieren würden.

Schülertransport soll kostenlos sein

Angesprochen wurde vom Gemeinderat unter anderem die dann notwendige Schaffung einer Mensa in der Friedrichschule für die Anne-Frank-Schule als Ganztagesschule. Weitere Fragen betreffen den Sportunterricht und auch den Transport der Schüler. Hier forderte Roland Thurner (UL), dass für die Schüler der Anne-Frank-Schule die Busfahrt zur Friedrichschule ohne Kosten möglich sein müsse.

Ausweichen in andere Schulräume: Die fünf geprüften Varianten im Überblick

Der Gemeinderat hat sich seit einiger Zeit mit der Frage beschäftigt, wo ein Unterricht für die Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschulzug (OHG) während der Sanierungsarbeiten stattfinden könnte. Hier ein Überblick über die Varianten:

  • Sanieren im Bestand: Bei dieser Möglichkeit wäre die Schullandschaft in Furtwangen nicht beeinträchtigt. Allerdings sind die Bauarbeiten dann nur schwierig zu koordinieren, vor allem auch durch die zeitlichen Vorgaben. Denn Klausuren, Prüfungszeiten und Ferien müssen berücksichtigt werden. Außerdem gebe es hohe Lärmentwicklungen im OHG und auch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen wären notwendig.
  • Auslagerung in Containeranlagen: Hier würde der Unterricht komplett außerhalb des zu sanierenden Hauptgebäudes stattfinden. Allerdings hat eine Anfrage bei entsprechenden Anbietern ergeben, dass eine Anlage in dieser Größenordnung und für diesen Zeitraum von etwa zwei Jahren mit Kosten von vier Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Ein solcher Betrag würde den städtischen Haushalt zu stark belasten. Außerdem müssten noch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um den Schulbetrieb vom Baubetrieb zu trennen.
  • Anmietung von leerstehenden Industrie-Räumlichkeiten: Entsprechende Gespräche mit der Industrie wurden geführt. Aktuell steht ein Gebäude mit etwa 1500 Quadratmeter komplett leer. Allerdings wären hier für einen entsprechenden Unterricht umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Außerdem würde eine in diesem Fall notwendige Verteilung auf verschiedene Standorte einen sinnvollen Schulbetrieb unmöglich machen.
  • Nutzung der Josef-Hebting-Schule in Vöhrenbach: Hier stünde ein entsprechendes Schulgebäude zur Verfügung. Allerdings hat die Stadt Vöhrenbach bereits Mittel aus dem Sanierungsprogramm für Schulen bewilligt bekommen. Hier machte das Regierungspräsidium deutlich, dass eine Verschiebung der Sanierung der Vöhrenbacher Schule kaum möglich ist, da der Zeitrahmen für die Zuschüsse sehr eng ist. Daher steht diese Schule nicht zur Verfügung.
  • Verlagerung in vorhandene Räumlichkeiten der städtischen Schulen: Hier wurde zuerst einmal intensiv geprüft, ob hier überhaupt ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Möglich wäre es durch einen Umzug der Anne-Frank-Grundschule in das Gebäude der Friedrichschule. Gleichzeitig werden in der Werkrealschule zusätzliche Klassenräume auch durch Einbau von Trennwänden geschaffen. Weiter werden in dieser Option auch bestimmte Räume im neuen Anbau und im bestehenden Gebäude des OHG weiter für den Unterricht benutzt.