Sowohl für die Ortsmitte in Neukirch als auch das Gebiet Hofbauernhof-Wanne in Schönenbach beschloss der Gemeinderat Änderungen für die bestehenden Bebauungspläne. Dabei gab es in der Sitzung noch kleine Änderungswünsche.

Verfahren zu langwierig, Interessenten wieder weg

In Schönenbach geht es um den Bebauungsplan Wanne-Hofbauernhof-Lochbauernhof. Hier soll in Verlängerung von Am Hofrain und entlang der Vogt-Dufner-Straße das Wohngebiet erweitert werden. Ortsvorsteher Ralph Wehrle machte dazu den Gemeinderäten deutlich, dass es für diese Grundstücke bereits Interessenten gebe. Einige seien aber inzwischen wieder abgesprungen, weil ihnen das ganze Verfahren zu lang gedauert habe. Aktuell seien es fünf Bewerber für sechs geplante Bauplätze. Der Ortschaftsrat stehe auf jeden Fall hinter diesem Vorhaben, um „junge Familien in Schönenbach glücklich zu machen“.

Breite Straße ohne Wendeplatte

Diskutiert wurde dabei unter anderem die Breite der Erschließungsstraße, die nach Meinung der UL nicht so breit sein müsste. Gleichzeitig forderte Ulrich Mescheder (UL) die Nutzung von Solarenergie verpflichtend in den Bebauungsplan aufzunehmen. Christian Marzahn vom Bauamt erläuterte, dass die Straßenbreite einschließlich des Gehwegs unter anderem deshalb notwendig sei, da keine Wendeplatte geplant ist. Die Verpflichtung für Solarenergie habe man nicht aufnehmen wollen, so Christian Marzahn, dies sollten die Eigentümer selbst entscheiden.

Bauherren Freiheiten lassen

Bürgermeister Josef Herdner machte deutlich, dass unter anderem das entsprechende Planungsrecht entscheidend sei. Nach neuen Änderungen zum Thema erneuerbare Energien könne man prüfen, ob eine solche Verpflichtung nun möglich sei. Christine Trenkle (CDU) wandte sich allerdings massiv gegen eine solche Verpflichtung, man sollte den Bauherren die entsprechenden Freiheiten lassen, zumal sicher jeder entsprechende klimafreundliche Planungen einbeziehen werde. Dieser Bebauungsplan wurde bei vier Enthaltungen der UL genehmigt.

Planvorgaben nicht umsetzbar

Der zweite Bebauungsplan betrifft die Neukircher Ortsmitte, hier muss der Bebauungsplan an die Gegebenheiten angepasst werden. Gefordert wird dies nicht zuletzt vom Landratsamt. Der Ortschaftsrat in Neukirch hatte bereits die Planungen beraten und sich für die Aufstellung des Bebauungsplanes entschieden. Der aktuelle Bebauungsplan wurde in den 90er Jahren aufgestellt, um ungewollte Entwicklungen zu verhindern, weil das Rößle-Areal damals einer auswärtigen Bank gehörte. Im Lauf der Jahre hat sich allerdings gezeigt, dass die in den Bebauungsplan festgelegten Bedingungen meist nicht realisierbar sind. Die inzwischen durchgeführten Bauvorhaben benötigten alle verschiedene Befreiungen. Der Neukircher Ortsvorsteher Rainer Jung, zugleich FWV-Stadtrat, machte deutlich, dass es vor allem darum gehe, für weitere Vorhaben entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen zu erstellen. Roland Thurner (UL) regte allerdings an, dass man in der geplanten Satzung eine Änderung vornehmen sollte: Bisher wurde nur empfohlen, für das Niederschlagswasser eine Zisterne zu errichten, dies solle nun, wie bereits für das Baugebiet in Schönenbach beschlossen, verpflichtend sein.

Gegen Bevormundung

Rainer Jung wandte sich allerdings gegen eine solche Bevormundung der Bauherren durch die UL, man „sollte den Bauherrn das eigene Denken überlassen“. Die UL beantragte dann, dies für die Bauherren künftig verpflichtend zu machen, was mit 13 Ja-Stimmen durch den Gemeinderat auch so akzeptiert wurde. Der Bebauungsplan wurde dann mit einer Stimmenthaltung genehmigt. 

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