Das Furtwanger Ferienprogramm gerät in Fahrt: Der Radfahrverein hatte für die Kinder ein Geschicklichkeitsfahren auf dem Hof der Friedrichschule organisiert. „Ja, mir san mit’m Radl do“, konnten 21 junge Radler von Kinderhort und Jugendpflege im Alter von sechs bis 13 Jahren singen. Mit Stadtjugendpfleger Dirk Maute und seinem Betreuerteam machte sich die Gruppe am Dienstagmorgen vom Kindergarten Maria Goretti auf, um fröhlich dem Radsport zu frönen.

Zunächst wurden die Velos auf Herz und Nieren geprüft. Wert wurde darauf gelegt, ob die Helme richtig eingestellt sind und gut sitzen. Ohne Helm durfte niemand an den Start. Dann ging es los, denn Wilhelm Weber und seine sieben Helferinnen und Helfer hatten den Parcours bereits gerichtet.

Der war mit einigen Hindernissen gespickt. Da musste eine schmale Strecke haargenau durchfahren werden, zwei begrenzte Durchfahrten mussten bewältigt, Ringe mussten auf einen Stab geworfen werden, ein Ball in einem Korb platziert werden. Die Slalomstrecke erforderte viel Geschicklichkeit, Mut und Balancieren waren bei der Wippe gefragt.

Dabei sein ist wichtig beim Geschicklichkeitsfahren im Rahmen des Sommerferienprogramms. Die Schlange muss warten, bis es an den Start geht.
Dabei sein ist wichtig beim Geschicklichkeitsfahren im Rahmen des Sommerferienprogramms. Die Schlange muss warten, bis es an den Start geht. | Bild: Siegfried Kouba

Zunächst jedoch galt es für die Teilnehmer, die Strecke durch Ablaufen kennenzulernen. Dann gab es für jeden eine Startnummer, um die Reihenfolge zu garantieren. Unermüdlich begaben sich die Radler auf die Rundstrecke. An den einzelnen Stationen waren die Helfer des Radfahrvereins postiert, um die Fahrgenauigkeit zu überwachen und hie und da die Fahrfähigkeiten zu unterstützen.

Die Organisatoren hatten ihre helle Freude am begeisterten Einsatz. Wilhelm Weber, der weit über zehn Jahre Vorsitzender des Vereins ist, freute sich über das Engagement. Unermüdlich und immer kecker wurden die Runden gedreht. Annika aus Gütenbach war besonders von der Rampe angetan. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Dabeisein ist wichtig“. Ehrungen gab es trotzdem in Form von Medaillen, Schlüsselanhängern und Gummibärchen.

Der 84-jährige Heinrich Ganz ist ein Radler-Urgestein.
Der 84-jährige Heinrich Ganz ist ein Radler-Urgestein. | Bild: Siegfried Kouba

Der Radfahrverein hat eine Geschichte, die ins Jahr 1898 zurück reicht. Er ist der zweitälteste Sportverein Furtwangens. Lebende Chronik ist der einstige Vorsitzende Heinrich Ganz. Nach vielen erfolgreichen Jahrzehnten flachte das Interesse wegen individueller Freizeitgestaltung immer mehr ab. Heute zählt der Verein nur noch 40 Mitglieder. Früher gab es Radrennen, Korsos und große Feste. 400 Gäste kamen zu der Landesmeisterschaft, ein 2000-Mann-Zelt wurde auf dem Festplatz in der Hinterbreg aufgestellt. Die Besucher strömten zu Slavko Avsenik und seinen Oberkrainern.

Die Rennstrecke führte von der Friedrichschule über Schönenbach, Rohrbach, Schönwald und zurück. Die Profis mussten siebenmal die Tour bewältigen. Absperren war dank des damals noch geringen Verkehrs kein Thema. Neben Jahresausflügen oder Grillfesten wurde zu Radfahrfesten in Offenburg, an den Bodensee und ins Markgräflerland hin und zurück geradelt. Wanderfahrten wurden wegen eines tragischen Unfalls im Jahr 1966 nicht mehr unternommen.