Eine Menge über den Kaffeeanbau im Rahmen des Entwicklungsprojektes Pide im Norden Perus erfuhren die Besucher am Montagabend im evangelischen Gemeindehaus. Eingeladen hatte der Furtwanger Weltladen, rund 20 Zuhörer waren gekommen. Der Referent, der Agraringenieur Hans-Martin Schwarz aus Tuttlingen, kennt sich in der Heimat des Pide-Kaffees bestens aus, er betreut das Projekt seit den 1990er-Jahren.

Besseres Leben für 10000 Kleinbauernfamilien

Anhand zahlreicher Fotos erläuterte er, wie sich die Lebensverhältnisse für rund 10 000 Kleinbauernfamilien allmählich verbesserten, verschwieg aber auch nicht die zahlreichen Probleme, mit denen man zu kämpfen hat.

Landflucht bremsen

Die ursprüngliche Idee war es, die Landflucht aus der Region zu bremsen, indem man den Bauern mit dem Kaffeeanbau ordentliche Einkommen sicherte. In rund 200 Dörfern wird Kaffee angebaut. Sie liegen über 1000 Meter hoch. Hans-Martin Schwarz erläuterte die aufwändige Pflege der Kaffeepflanzen, die erst nach drei Jahren Erträge bringen.

Kaffee in Bioqualität

Da die Pflanzen Schatten benötigen, wachsen sie in Mischkulturen, zum Beispiel mit Kochbananen. Angebaut werden bei den peruanischen Kleinbauern angepasste Kaffeesorten in Bioqualität. Wasser ist knapp. Gemeinschaftlich organisiert werden Verarbeitung und Vertrieb der Kaffeebohnen. Der Agraringenieur berichtete, dass die steigenden Einkommen dazu führen, dass die Kinderzahl sinkt, da dem Nachwuchs bessere Bildungschancen als früher geboten werden.

Neue Kochherde und Gemüsegärten gehören dazu

Das Pide-Projekt befasst sich mit den Lebensbedingungen der Bauern, so wurden zum Beispiel Kochherde gefördert, Kochkurse gegeben, Gemüsegärten angelegt und die Prinzipien der Mülltrennung eingeführt. Speziell in den Dörfern ausgebildete Promotoren geben ihre Kenntnisse an die anderen weiter.

Schwierige Rahmenbedingungen

Immer wieder hatte der Referent Fragen zu beantworten, so nach dem Gesundheits- und dem Bildungssystem. Schwarz berichtete von schwierigen Rahmenbedingungen, weit verbreiteter Korruption und einem hoffnungslos unterfinanzierten Gesundheitssystem. Schulen gibt es nach seiner Auskunft zwar in vielen Orten, die seien aber mangelhaft ausgestattet.

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Für den informativen Vortrag bedankte sich Barbara Strehl vom Furtwanger Weltladen. Im Furtwanger Laden gehört der Pide-Kaffee zum Sortiment dazu. Proben konnte man gleich im evangelischen Gemeindehaus einkaufen.