Ab sofort gibt es wieder „Kunst im Rathaus.“ Bis zum 18. November werden großformatige Fotografien von Bolly Hood aus Simonswald präsentiert. Hinter dem klingenden Namen steckt das Künstler-Paar Flora Wenczel und Josef Weis. Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Kühne war erfreut, heimatverbundene, junge Leute vorstellen zu können, die die weite Welt erkundeten.

14 Monate auf der Welt unterwegs

Das Duo stellte sich selbst vor. Flora Wenczel hat Wurzeln in Ungarn und wurde im Salzburgerland geboren. Sie wurde Kindergartenpädagogin und studierte Biologe in München und schloss in Freiburg mit dem Master in Kognitionswissenschaft ab, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu begreifen. Klettern, Dialekt und Fernweh verbindet sie mit Josef Weis. Schließlich waren beide 14 Monate unterwegs, inspiriert vom Marketing-Hype um den Schwarzwälder Bollenhut. Der Schreinermeister, Möbeldesigner und Projektleiter wollte hinaus in die Ferne.

Das Duo Bolly Hood – die Künstler Flora Wenczel und Josef Weis – stellt ihr kultur-übergreifendes Fotoprojekt im Rathaus vor. Rechts Bürgermeisterstellvertreter Manfred Kühne.
Das Duo Bolly Hood – die Künstler Flora Wenczel und Josef Weis – stellt ihr kultur-übergreifendes Fotoprojekt im Rathaus vor. Rechts Bürgermeisterstellvertreter Manfred Kühne. | Bild: Siegfried Kouba

Die Idee war, ein Fotoprojekt zu starten mit der Hilfe von Mama Weis, die Trachten herstellt, und Waltraud Kech aus Kirnbach, die Bollenhüte fertigt.

Als die unternehmungslustigen Leute mit jeweils zehn Kilo Gepäck zurückkamen und den schon zwei Kilogramm wiegenden Bollenhut sicher zurückbrachten, wurden sie in der Heimat aufgefangen und stellten fest „wir leben hier auf dem Gipfel der Welt.“ Man müsse mental umstellen, meinte Weis, damit es im Blick auf CO2 und anderer Probleme weltweit weiter gehen kann.

Symbolhafter Bollenhut

Obwohl es in Simonswald eine hübsche Tracht gibt, wurde der symbolhafte Bollenhut gewählt. Die Erlebnisse in Indonesien, Vietnam und Philippinen bis hin zu Indien und Tadschikistan waren überwältigend. Freundliche Begegnungen, strahlende Kinderaugen, herzliche Einladungen, natürliches Lachen aber auch Naturschönheiten und von Menschen geschaffene Denkmale begeisterten.

Eine exotische Welt dokumentieren die ausgestellten Fotografien, auf denen überall der Bollenhut als Accessoire auffällt und damit zum interkulturellen Austausch wird.

Es sind vietnamesische Frauen, eine Mutter aus Jakarta oder eine kirgistanische Reiterin mit dem Schwarzwald-Attribut zu entdecken. Die fotografisch und perspektivisch gekonnten Abbildungen faszinieren. Sie sind zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zu bewundern.