Musikalische Akzente setzte der katholische Kirchenchor in der Stadtpfarrkirche St. Cyriak am Ostermontag. Unter Leitung von Frank Rieger erklang die „Piccolomini-Messe“ von Wolfgang Amadeus Mozart zur Freude der zahlreichen Gläubigen.

Geschichte der Emmaus-Jünger

Stadtpfarrer Paul Demmelmair grüßte alle mit der Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, und ging auf das Ostergeschehen mit der Geschichte der Emmaus-Jünger ein. Viele Menschen würden in das Heilige Land reisen, doch es gehe nicht um geografische Orte, sondern um den Glauben der Jünger, die weg von Jerusalem wollten, um den bösen Erlebnissen zu entrinnen.

Erkannt beim Brotbrechen

Die Jünger fanden damals laut biblischer Überlieferung einen Begleiter, den sie einluden zu bleiben und als Heiland beim Brotbrechen erkannten. Nach dieser Erkenntnis entfernte sich Jesus, und die beiden Männer ließen die Vergangenheit hinter sich, denn „am Ende steht der Neuanfang“, und Gott wird in Treue und Liebe die Menschen begleiten.

Prägnante musikalische Aussagen

Das Mozart-Werk KV 258 ist zwar eine Kurzmesse, enthält aber trotzdem alle Teile der liturgischen Ordnung und ist versehen mit prägnanten musikalischen Aussagen, die durch den Chor, das Orchester mit Musikern der Region und Organistin Johanna Barth gekonnt umgesetzt wurden.

Frisch-lebendige Stimmen

Mit zum Gelingen trugen die Vokalsolisten Cristina Haigis (Sopran), Larissa Botos (Alt), Raoul Bumiller (Tenor) und Sebastian Schäfer (Bass) mit ihren frisch-lebendigen Stimmen bei.

Gelungene Gestaltung

Forsch gelang das „Kyrie“ im Wechsel von Chor und Solisten bei rascher Begleitung der Instrumentalisten. Mächtig erklang das „Gloria“, und straff wurde das Glaubensbekenntnis des „Credo“ umgesetzt, wobei die Chor-Bässe beim „Cruzifixus“ hervortraten, um düstere Stimmung zu erzeugen. Besonders innig gelang der Mittelteil mit dem Lamento der Streicher, bis Auferstehung im „et ressurexit“ gefeiert wurde.

Mit majestätischem Glanz

Trompeten, Pauken, Oboen und Streicher sorgten für majestätischen Glanz des „Sanctus“ und des „Benedictus“, bei dem das Vokalquartett einfühlsam zur Geltung kam. Beide Sätze wurden durch die Rufe „Hosanna“ im schnellen Tempo ergänzt, und das „Agnus Dei“ klang in einem friedlichen „dona nobis pacem“ aus.

Fanfaren schmettern eindrucksvoll

Musikalische Ergänzung bot Frank Rieger als Virtuose an der Klais-Orgel. Beim Präludium, einem Teil der 4. Orgelsinfonie von Charles-Marie Widor, und beim Ausgang, dem „Praise the Lord with drums and cymbals“ von Sigfrid Karg-Elert, ließ er beeindruckend die Fanfaren schmettern. Lieblicher Barock umfing die Zuhörer bei der Kommunion mit dem Concerto in G-Dur, das Johann Sebastian Bach nach einer Vorlage des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar bearbeitete.

Viel Beifall für die Leistungen der Musiker

Die Leistungen des Organisten und aller Mitwirkenden, die mit nur einer Gesamtprobe auskommen mussten, wurden mit viel Beifall bedacht, wobei Händels „Hallelujah“ besondere Beachtung fand.

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