Spitzenzeiten bei den Besucherzahlen waren kurz nach der Maueröffnung Anfang der 90er Jahre, erinnert sich Graf. Damals seien auch aus Ostdeutschland viele Interessierte gekommen. Mittlerweile sei die jährliche Besucherzahl im Uhrenmuseum bei 50 000 angelangt, Tendenz „leicht fallend“. Die Entwicklung sei zwar „nicht dramatisch“, aber doch wahrnehmbar.

Der Rückgang hat laut Graf verschiedene Hintergründe. Die Verweildauer der Touristen sei kürzer geworden. Da falle ein Museumsbesuch eher aus dem Ausflugsprogramm. Außerdem hebe die Werbung für den Schwarzwald vor allem die Natur mit Möglichkeiten zum Wandern und Mountainbiken hervor, weniger die Kultur und Museen, die dann erst „an fünfter oder sechster Stelle“ genannt würden. Abgenommen hätten auch die Busreisen, mit denen früher vermehrt gerade ältere Besucher ins Museum gekommen wären.

Auch die Terroranschläge in Europa in den vergangenen Monaten scheinen sich auf das Reiseverhalten ausgewirkt zu haben. So zumindest erklärt sich Graf den drastischen Rückgang von Besuchern aus Frankreich im Deutschen Uhrenmuseum. Deren Zahl sei in diesem Jahr um rund 20 Prozent gesunken.

Dass aber das Uhrenmuseum bei denjenigen, die vor Ort waren, auf Begeisterung stößt, beweisen laut Öffentlichkeitsreferentin Eva Renz „tolle“ Bewertungen bei Internetportalen wie zum Beispiel Trip­advisor.

Graf weist auf aktuelle Bemühungen des Museums hin, Nutzungsmöglichkeiten für Smartphone zu etablieren. So könnten bereits via Handy Informationen im Museum zu den Ausstellungsobjekten abgefragt werden. Das Ganze sei zusammen mit der Hochschule entwickelt worden, befinde sich aber noch in der Erprobungsphase. So gebe es noch gelegentliche Probleme beim Einloggen mancher Smartphones. Daran werde gearbeitet.

Eva Renz fügt hinzu, dass solche Funktionen gar nicht so einfach zu handeln seien und das Uhrenmuseum da eher ein Vorreiter sei. Das Museum sei in Furtwangen in der glücklichen Lage, einen engen Kontakt zur Hochschule pflegen zu können.

Renz weist als einen Höhepunkt im nächstjährigen Programm auf das Jubiläum „25 Jahre Deutsche Uhrenstraße“ hin, bei dem auch das Uhrenmuseum mit verschiedenen Aktionen mitmache.

Auch eine Sonderausstellung werde es im nächsten Jahr wieder geben, nämlich vom 22. April bis 1. November, teilt Graf mit. Der Titel laute „Rasselbande – Wecker von Casanova bis Orwell“. Das Ausstellungskonzept umfasse fünf Szenen aus Romanen der Weltliteratur, eben auch Casanovas „Geschichten meines Lebens“ und Orwells „1984“, in denen Wecker eine wichtige Rolle spielen. Die Szenen sollen exemplarisch darstellen, wie sich das Wecken in den vergangenen 300 Jahren geändert hat. Mittlerweile gebe es Geräte wie Smartphones, die vielerlei Funktionen hätten, eben auch eine Weckfunktion.

Informationen im Internet:http://www.deutsches-uhrenmuseum.de