Furtwangen/Triberg – Eigentlich ist der Greifvogel- und Eulenpark Triberg bei Tierschützern nicht wirklich wohlgelitten, sorgen die sich doch um das Wohl der dort gezeigten Tiere. Doch der Park mit Zoogenehmigung hat neben der reinen Zur-Schau-Stellung auch Aufgaben. Ein Zoo ist keine reine Show-Galerie, bei der Tiere zur Schau gestellt werden, betont der Betreiber.

Im Falle des Triberger Greifvogel- und Eulenparks sind es vor allem Vögel dieser beiden Spezies, die gezeigt werden. Vielmehr setze sich der Park auch für die gezielte Vermehrung der diversen Arten ein. Im Falle der Triberger Einrichtung wurde auch eine Auffangstation für Greife eingerichtet, die Sorgenkinder aufnimmt, um sie für die Rückkehr in die Natur vorzubereiten.

„Falken haben die Eigenart, kein eigenes Nest zu bauen. Der Turmfalke sucht sich oft verlassene Nester anderer Vögel wie Krähen, er nistet aber auch gerne an anderen hohen Plätzen, beispielsweise Kirchtürmen, selbst in größeren Städten“, gibt Falkner Daniel Luchsberg Hinweise auf das Brutverhalten der Falken.

Jüngst konnte er gleich drei jungen Turmfalken den Weg in die Freiheit ebnen. „Wir haben zwei ganz junge Vögel bekommen, deren Eltern bei einem tragischen Unglück ums Leben kamen.“ Dazu wurde später ein Nestflüchter abgegeben, der sich am Flügel verletzt hatte. Sie alle wurden in der Auffangstation aufgepäppelt, ohne großartigen Kontakt zum Menschen, wegen des Gewöhnungseffekts.

In den vergangenen Tagen hatte Parkbesitzer Stephan Keidel die drei jungen Falken in einem relativ kleinen Behältnis an den Ort gebracht, der wohl ihrem künftigen Lebensmittelpunkt entsprechen soll, auf dem Grundhof in Rohrbach. Dort mietet er sich ein, wenn er in der Umgebung ist, schon deshalb, weil er sich mit Altbauer Franz Fehrenbach sehr gut versteht.

Dieser sowie sein Sohn Klaus, der die Landwirtschaft übernommen hat, zeigten sich ohne große Umschweife einverstanden mit den jungen Gästen. Nun also sollten die flotten Flieger in die Freiheit entlassen werden, natürlich unter der fachlichen Aufsicht durch den Falkner des Parks. Zunächst schauten die drei Vögel noch etwas schüchtern ins Freie, dann ging es bei den Geschwistern plötzlich alles ganz schnell: Sie flogen auf und mit dem typischen rasenden Flügelschlag ging es in die Freiheit hinaus.

Etwas länger ließ sich der verletzt aufgefundene, etwas jüngere Falke bitten, bis er dann schließlich ebenfalls davon flog. Einer der jungen Vögel zeigte, dass das Experiment der Gewöhnung an den Grundhof wohl geglückt war. Er hielt sich längere Zeit in nahem Umkreis auf.

Sicherheitshalber legt Luchsberg den Turmfalken noch ein paar Happen Futter auf den kleinen Käfig. „Die Vögel werden sich in den nächsten Tagen und Wochen wohl in der näheren Umgebung des Hofes aufhalten, bevor sie sich ihre eigenen Reviere wählen“, verraten die beiden Liebhaber von Beute greifenden Vögeln.