Das kleine Furtwangen und die große Politik: Das Deutsche Uhrenmuseum macht es möglich durch das „Objekt des Monats“ Januar. Festgemacht wird es am Uhrenmodell „The Trump“ des US-amerikanischen Unternehmens Waterbury Watch Co. in Waterbury/Connecticut aus der Zeit um 1895.

Unter „Stumpf ist Trumpf“ – mit dickem Fragezeichen – ist die Taschenuhr mit Namensgleichheit zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu sehen. Mit Augenzwinkern werden Parallelen zum Immobilien-Tycoon gezogen. Schon im 19. Jahrhundert wurde werbewirksamer Populismus eingesetzt, der auch beim 45. nordamerikanischen Präsident im Wahlkampf nicht zu kurz kam. Waterburys Marketingstrategie griff viel diskutierte Themen wie Anarchismus, irische Einwanderer oder aufkommenden Sozialismus auf. Der Inhalt der Debatten ließ das Unternehmen kalt. Allein die Reklame war wichtig und die hieß „keep a watch on everybody“ (Eine Uhr für jedermann). Und da interessierte nicht, wer die Uhr kaufte, egal ob Präsident, Ire, Anarcho oder Polizist. Für wenig Geld konnte solch ein Zeitmesser erworben werden.

Objekte im Umfeld zeigen

Die jetzige Dokumentation passt in das Museumskonzept, Objekte nicht nur von ihrer technischen Seite zu zeigen, sondern in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung mit entsprechendem Umfeld. Letztlich wird die Frage gestellt „Ist stumpf also Trump(f)?“.