Die Kleinuhren sind auf dem Vormarsch. Bei der internationalen Furtwanger Antik-Uhrenbörse zeigte sich dieser Trend, zunehmend werden Taschen- und Armbanduhren angeboten und nachgefragt.

130 Händler waren gekommen. Mehr finden einfach keinen Platz in der Hochschule, wie der Chef der Uhrenmesse, Jacques Barthillat, darlegte. Alljährlich stehen noch einige Interessenten auf seiner Warteliste. Die Anbieter kommen übrigens nicht nur aus Deutschland, sondern aus weiteren zehn europäischen Ländern von Holland bis Italien. Auf dem Vormarsch sind Händler aus Osteuropa, zum Beispiel aus Polen, Ungarn und Tschechien.

Angeboten wurden Uhren in allen Variationen. Darüber hinaus finden Uhrenliebhaber bei der Antik-Uhrenbörse auch Uhrenteile, um ihre Schätze wieder instand zu setzen. Werkzeuge gehören ebenfalls zum Angebot. Für wenige Euros kann man Ersatzteile oder ein neues Armband für eine Uhr bekommen. Nach oben ist die Preisskala offen, über die ganz teuren Stücke wird Stillschweigen bewahrt. Die Uhrenfreunde kennen sich untereinander, und so dient die Furtwanger Börse auch dem Gespräch und dem Erfahrungsaustausch. Mit zum Angebot gehört Fachliteratur.

Die Zahl der Besucher am Samstag und Sonntag schätzte Barthillat „etwas geringer“ als im Vorjahr ein und begründete das mit der sommerlichen Hitze. „Das ist einfach kein Wetter für Besichtigungen“, stellte er fest.

Sehr gut etabliert hat sich die Öffnungszeit am Freitagnachmittag. Trotz des hohen Eintrittspreises – 40 Euro – sind die limitierten Tickets begehrt, und die Kunden, die bereit sind, diesen hohen Preis zu zahlen, kaufen auch ganz gezielt ein.

Der Trend zu Kleinuhren ist unübersehbar, und Barthillat ist überzeugt, dass man eine Uhrenbörse allein mit Taschen- und Armbanduhren arrangieren könnte. Freilich gilt seine Liebe immer noch den Großuhren, sorgsam gearbeiteten Stücken, die zugleich Kunstwerk und Zeitmesser sind. Eine Änderung des Konzeptes steht für ihn nicht zur Debatte.

Jacques Barthillat hat ein eingespieltes Team, um die Antik-Uhrenbörse zu organisieren. 25 Leute, so schätzt er, waren am Wochenende mit von der Partie, von der Kasse über das Catering des Schwarzwaldvereins Gütenbach bis zu den Sicherheitskräften.