Furtwangen/Villingen (kou) Sven Morutzan aus Furtwangen ist ein Talent an der Orgel. Bei starker Konkurrenz aus ganz Deutschland erreichte er im Bundeswettbewerb Jugend musiziert den zweiten Preis und dies trotz widriger Umstände.

Morutzan lernte Klavier, legte die Orgel-D-Prüfung ab, besuchte mehrere Meisterkurse, lernte bei Heike und Peter Hastedt. Im September 2017 übernahm Bezirkskantor Marius Mack seine Ausbildung. Die Zeit drängte, denn der Wettbewerb des Deutschen Musikrats stand an. Orgel war eines der Fächer, und im November 2017 war Bewerbungsende. Drei Stücke verschiedener Epochen waren gefordert. Sven Morutzan wählte solche, „die ihm gefallen“: Bachs Präludium in a-Moll BWV 543, die berühmte Toccata aus der Suite gothique von Léon Boellmann und die zweite Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die er erst im Herbst letzten Jahres anging. Morutzan besitzt die Gabe, den Stücken auf den Grund zu gehen, den musikalischen Inhalt und die Emotionen zu transportieren. Dabei bringt er die nötigen technischen Voraussetzungen bei entsprechender Registrierung, Koppelungsmöglichkeiten und koordinierter Behandlung von Manualen und Pedal mit.

Am 27. Januar war der Regionalwettbewerb in Schramberg. Der 16-jährige musste sich an der Walcker-Orgel in der St.-Maria-Kirche bewähren. Mit dem ersten Preis wurde er zum Landeswettbewerb in Bietigheim-Bissingen weitergeleitet. Mitte März siegte der Nachwuchs-Organist an der dortigen Stadtkirche.

Versehentlich wurden beide Kandidaten zum gleichen Einspiel-Termin eingeladen. Man arrangierte sich. Letztlich klappte alles und Sven hatte das Ticket den Bundeswettbewerb in Lübeck in der Tasche. Dort erwartete ihn ein Stromausfall, der die ganze Stadt betraf. Seine Einspielprobe fiel daher recht knapp aus. Lehrer Mack war eigens mit dem Flugzeug nach Lübeck gereist, um nötige Instruktionen zu geben, denn der dortige Dom ist riesig. Die akustischen Verhältnisse mussten bedacht werden, entsprechend mussten Phrasierung und Artikulation sein. Daneben gab es Probleme, da Teile der installierten Registrierung gelöscht wurden und eine Neuregistrierung erfolgen musste. Glücklicherweise hatte man sich alles notiert gehabt.

Die hochkarätige Jury bewertete das Spiel an der dreimanualigen Marcussen-Orgel mit seinen 47 Registern. Mit dem Preis ist noch nicht das Ende erreicht: Sven Morutzan strebt die Teilnahme an „Wespe“, einem Sonderwettbewerb, an. Junge Interpreten werden dabei zur Auseinandersetzung mit Unbekanntem und Wagnis zu Neuem angeregt. Gewünscht werden Orgelimprovisationen.