Köln war vor wenigen Tagen zum zehnten Mal Schauplatz der weltgrößten Computer- und Videospielmesse. Auf der Games­com wurden die neuesten Spielhighlights vorgestellt. Besonders gut kommt für die Aussteller die Möglichkeit an, sich mit anderen Unternehmen aus der Branche auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Vor allem junge Firmen und Start-Ups nutzten dies. So auch die Firma Neeerds aus Furtwangen. Patrick Schmid aus Furtwangen, Christian Seidel aus Friesenheim und Simon Schulte aus Schmieheim hatten sich im Sommer 2016 entschlossen, eine Firma für App-Entwicklung und Programmierung zu gründen.

Kennengelernt haben sich Schmid und Seidel während des Studiums an der Hochschule Furtwangen. Schulte stieß über gemeinsame Freunde hinzu. Der 29-jährige Patrick Schmid und der 24-jährige Christian Seidel absolvierten ihren Bachelor in Medieninformatik an der Hochschule Furtwangen. Simon Schulte, ebenfalls 24 Jahre alt, machte ein duales Studium im Wirtschaftsinformatik-Bereich an der dualen Hochschule Lörrach und bei der Firma SH Business Communication GmbH in Herbolzheim.

Alle drei befinden sich derzeit im Master-Studiengang an verschiedenen Hochschulen und Universitäten. Drahtzieher des Firmenprojekts ist Christian Seidel, der bereits eine Einmann-Firma im Bereich Spieldesign und Entwicklung mit dem Namen Last Hero Media gegründet hat und großes Potenzial in der Spiele-Branche sieht. „Während des Studiums habe ich mich viel mit App-Entwicklung beschäftigt und mir das nötige Fachwissen selbst angeeignet“, erzählt er. „Die Firmengründung hielt ich für eine tolle Idee, weil man unabhängig und frei ein digitales Produkt kreieren kann.“

Schmid, Seidel und Schulte trafen sich zum ersten Mal gemeinsam in einer Studentenkneipe in Furtwangen, gingen Vorstellungen und Aufgabenverteilung durch und konnten sich während des ersten Kennenlernens auf den Namen Neeerds einigen. „Der Begriff Nerd beschreibt jemanden, der sehr viel am Computer sitzt und tüftelt. Wir drei können uns damit in positivem Sinne sehr gut identifizieren“, erläutert Schmid den Firmennamen. „Das dreimalige E steht für unsere Gründungsmitgliederanzahl.“

Neben den bürokratischen Teil, der zur Firmengründung dazugehört, dem Aufbau einer Webseite und ersten kleineren Projekten mit lokalen Firmen wagten sich die drei Jungunternehmer dieses Jahr mit einer eigens programmierten VR-App (Virtual Reality, auf deutsch virtuelle Realität) auf die Gamescom. Mit dieser App kann man Figuren oder Objekte mithilfe der Smartphone-Kamera in das mögliche Foto projizieren.

Am Dienstag, dem Fachbesucher- und Pressetag der Games­com, wurden erfolgreich erste Kontakte geknüpft. Es waren nicht immer fest anberaumte Termine bei den Vertretern anderer Firmen. Oft konnten die jungen Männer die Vertreter direkt ansprechen und ihr Produkt gleich vorführen, zum Beispiel bei der Firma Unity.

Die App kam insgesamt gut an und erhielt ein gutes Feedback. Am Mittwoch konnten die Neeerds dann ihren ersten Auftrag an Land ziehen. Sie dürfen ein Spiel für eine deutsche Firma im Multiplayer (übersetzt: Mehrspieler)-Bereich entwickeln. Am Mittwochabend wurde erfolgreich auf das neue Projekt angestoßen.

Doch warum hat sich das Trio gleich die Gamescom als Auftrittsort ausgesucht? „Sie ist für uns genau der richtige Ort, um auch überregional und international Kontakte anzubahnen“, erläutert Seidel. „Außerdem bleiben wir auf dem Laufenden in der Branche und können nebenher auch noch die neuesten Spiele ausprobieren.“

Im Juli dieses Jahres hat sich die Neeerds GbR zur GmbH umgewandelt. Passend dazu hat Simon Schulte eine neue Homepage programmiert, Chris Seidel die Bilder gestaltet und Patrick Schmid die Texte konzipiert.

Informationen im Internet:
http://www.neeerds.com