Besser als erwartet hat sich der Haushalt 2018 der Stadt Furtwangen entwickelt. So wurden alleine 1,9 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer eingenommen als erwartet, so wurde der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung informiert. Allerdings warnte Kämmerer Franz Kleiser in seiner Sitzungsvorlage vor Euphorie: „Es können sich im weiteren Verlauf des Jahres noch Veränderungen – sowohl positiv als auch negativ – ergeben, sodass erst gegen Ende des Jahres feststeht, wie das Rechnungsergebnis bei der Gewerbesteuer letztlich ausfällt“, so Kleiser.

„Wir dürfen die Mehreinnahmen also nicht vervespern“. „Die Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer sollten deshalb nicht zur Finanzierung von weiteren Projekten verwendet werden, sondern es muss zum einen die Kreditaufnahme verringert werden“, forderte nicht nur Kleiser, sondern auch die Rechtsaufsichtsbehörde. Zum anderen sollten die Mehreinnahmen in die Rücklage überführt werden. Insgesamt würden der Gemeinde von der Gewerbesteuer schlussendlich nur 20 Prozent bleiben, der Rest werde vom kommunalen Finanzausgleich abgeschöpft. „Aufgrund der Steuerschätzung vom Mai 2018 ist auch beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, dem Anteil an der Umsatzsteuer und den Schlüsselzuweisungen mit Mehreinnahmen zu rechnen“, so Kleiser.

Auch auf der Ausgabenseite des Haushaltes gibt es Veränderungen. Wegen des Hochwassers im Januar gab es Mehrausgaben, um die Schäden zu beseitigen. Die Unterbringung von Obdachlosen und Flüchtlingen schlug mit 50 000 Euro mehr zu Buche. Unterm Strich erwartet Kämmerer Franz Kleiser im Verwaltungshaushalt ein besseres Jahresergebnis als es im Haushaltsplan vorgesehen war.

Im zweiten Teil, dem Vermögenshaushalt, werden alle Investitionen dargestellt. Der Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt, rund 650 000 Euro, fließt dort hinein. Beim Freibad sind Mehrkosten entstanden, weil die Folie erneuert und die Durchströmung des Beckens verändert wurde. Auch wurde das Haus Unterallmendstraße 18 gekauft, um Flüchtlinge unterzubringen. Für die Feuerwehr gibt es zusätzlich Tauchpumpen und Bachsperren.

Sprecher aller Fraktionen waren mit dem Ergebnis zufrieden, ein Nachtragshaushalt soll erstellt werden. Schulungsbedarf gibt es noch für das neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR). Im kommenden Jahr wird der Haushalt nach den neuen Vorgaben gestaltet werden. Das NKHR ist die bedeutendste Reform im Bereich des Gemeindewirtschaftsrechts seit über 40 Jahren.