Beraten wurde im Technischen Ausschuss des Gemeinderates der Bau einer Photovoltaikanlage auf der Gärtnerhalle des neuen Bauhof beim Stadion. Wie Bürgermeister Josef Herdner ausführte, sei bereits bei der Einweihung des neuen Bauhofs der Ruf laut geworden, die gute Lage des Bauhofs Richtung Süden für eine Sonnenstrom-Anlage zu nutzen.

Rechnerisch wäre ein großer Teil des Stromverbrauchs abgedeckt

Vorgeschlagen von der Verwaltung wurde hier eine Anlage, mit der laut Prognose etwa 33 000 Kilowattstunden im Jahr erzielt werden können. Demgegenüber stehen der Stromverbrauch im Bauhof von 38 300 Euro, der mit 9581 Euro Stromkosten zu Buche schlägt.

Baukosten in zwölf Jahren amortisiert

Man erwartet, dass mit der Solarstrom-Anlage 40 Prozent des Verbrauchs direkt gedeckt werden können, das ergäbe Einsparungen von 3800 Euro im Jahr. Die Kosten von etwa 43 000 Euro würden sich dann in zwölf Jahren amortisieren. Dazu kommt dann auch noch die Vergütung, für den nicht genutzten und in das Netz eingespeisten Strom. Bernhard Braun (SPD) fragte nach der Möglichkeit einer Speicherung des nicht direkt genutzten Stroms, da der eingespeiste Strom einen wesentlich geringeren Ertrag bringt.

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Batterie-Speicherung derzeit noch nicht sinnvoll

Odin Jäger (FWV) brachte allerdings aus eigener Erfahrung ein, dass die Speicherung mit Batterie aktuell noch nicht effektiv sei und viel Geld koste. Bei der rasanten Entwicklung auf diesem Markt könne sich dies aber schnell ändern.

Installation auch auf Bauhofdach?

Dabei wurde noch einmal erläutert, dass der Strom bei voller Einstrahlung natürlich vor allem in der Mittagszeit erzeugt wird, der Bedarf im Bauhof aber beispielsweise für Beleuchtung eher am Morgen und Abend anfällt. Deshalb kann die gesamte Strom-Produktion der Anlage, die zahlenmäßig dem Verbrauch des Bauhofs entspricht, ohne Speicherung nur teilweise hier selbst verbraucht werden. Daher wurde dies aktuell nicht weiter verfolgt.

Warum nur auf dem „Spielzeugdach“?

Weiter diskutiert wurde die Frage, ob man tatsächlich nur das kleine Dach der Gärtnerhalle, von Odin Jäger als „Spielzeugdach“ bezeichnet, und nicht das wesentlich größere Dach des Bauhof selbst nutzen sollte.

Eventuell auch Vermietung an Investoren

Bürgermeister Herdner schlug vor, zuerst einmal diese Anlage zu installieren und dann zu prüfen, ob auch auf der anderen Dachfläche eine solche Anlage installiert werden könnte. Unter anderem soll hier auch die Frage einbezogen werden, ob die Dachfläche eventuell an Investoren für eine solche Photovoltaik-Anlage vermietet wird, wenn die Stadt hier nicht selbst investieren will. Und überprüft werden aktuell auch Möglichkeiten der Strom-Nutzung durch das Stadion.

Vergabe an Schönwälder Firma?

Schließlich stellte Odin Jäger die Frage, ob man diese Anlage für 43 000 Euro ohne offizielle Ausschreibung wie geplant an die Firma Schwer in Schönwald vergeben kann, da es hier auch in Furtwangen Unternehmen gebe, die dies realisieren könnten.

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Die Leiterin der technischen Dienste, Ayten Sancak, erläuterte ebenso wie Bürgermeister Josef Herdner dazu, dass die Firma Schwer bereits die ganze Elektrik im Bauhof installiert habe. Dazu komme, so Ayten Sancak, dass die Elektro-Installation statt der geplanten 250 000 Euro nur 217 000 Euro kostete und hier also noch 33 000 Euro als Plus vom Bau des Bauhofs verblieben.

Der Technische Ausschuss schlägt daher dem Gemeinderat nun vor, die Anlage in dieser Form bei der Firma Schwer zu bestellen und gleichzeitig die Möglichkeit einer Nutzung für Sonnenstrom für das Dach des eigentlichen Bauhofs zu prüfen.