Am Montag wurde mit der Feier des Hirschmontags wieder ein alter Fasnet-Brauch gepflegt, die Alte Fasnet oder Bauern-Fasnet. Im Gasthaus „Goldener Rabe“ fand bereits die 19. Vollversammlung der im Jahr 2000 neugegründeten Aktiengesellschaft Hirschmontag statt.

Bei dieser närrischen Versammlung kürt die Aktiengesellschaft die Hirschkuh und den Oberhirsch des Jahres. In diesem Jahr ging diese Ehre an Petra Guhl und Ludwig Ebner.

Wohl ältester Furtwanger Fasnetbrauch

Welche Bedeutung der Hirschmontag für Furtwangen hatte, erläuterte Roland Wehrle den Besuchern am Montagabend in Reimform. Die Feier des Hirschmontags habe in Furtwangen eine sehr lange Tradition. Entstanden sei die Alte Fasnet nach der Änderung des Fasnet-Termins durch ein Konzil im 11. Jahrhundert. Verschiedene Belege wiesen darauf hin, dass diese alte Fasnet auch in Furtwangen seit mehr als 250 Jahren gefeiert werde, damit wohl der älteste Furtwanger Fasnetbrauch überhaupt sei.

Für die Oberhirsche gibt es bei der Versammlung jedes Jahr auch eine Portion Hirsebrei zur Stärkung der Manneskraft.
Für die Oberhirsche gibt es bei der Versammlung jedes Jahr auch eine Portion Hirsebrei zur Stärkung der Manneskraft. | Bild: Stefan Heimpel

Nach dem obligatorischen Hirschmontagslied wurden in Kurzform die verschiedenen Hirschkühe der letzten Jahre besungen, während die Oberhirsche wie jedes Jahr Hirsebrei zur Stärkung ihrer Manneskraft erhielten.

Anekdote über Stadtkapellen-Vorsitzenden Volker Schwer

Zu Wort kamen auch Oberhirsch und Hirschkuh des vergangenen Jahres. Britta Dotter gab eine Anekdote über den Vorsitzenden der Stadtkapelle, Volker Schwer, zum Besten, der fast die große Fahrt zum offiziellen Auftritt der Kapelle in Brüssel verschlafen hätte. Und Timo Hieske führte aus, wie er inzwischen sowohl in der Fasnet in Hornberg als auch in Furtwangen verwurzelt sei, sodass er nun jedes Jahr eine „Hornwanger“ Fasnet feiere.

Strafgebühren für manche Hirsche

Festgestellt wurde bei dieser Gelegenheit auch, wie viele dieser gekürten Hirsche entweder unentschuldigt fehlten oder ihren Hirsch-Orden vergessen hatten, was jeweils mit Strafgebühren verbunden ist. Dazu gehörte auch Christof Winker, der nun sein Geweih zurückerhielt, das er vor zwei Jahren offensichtlich beim Hirschmontag hatte liegen lassen.

Dank an Wirte

Ein besonderer Dank von Roland Wehrle galt Roswitha Ehrath vom „Goldenen Raben“, dem Alt-Brendwirt Michael Feistle, der wieder die Küche mit den Hirsch-Gerichten übernommen hatte, und Helmut Winterhalter, der bereits seit 20 Jahren diese Feier begleitet. Dabei machte Winterhalder deutlich, dass er bereits seit 40 Jahren am Hirschmontag Musik mache, also lange vor der Gründung der Aktiengesellschaft. Und schließlich wurden die beiden Hirsche des Jahres 2019 gekürt.

Kletteraktion über Stacheldrahtzaun

Hirschkuh wurde Petra Guhl, die ein „Hans Dampf in allen Gassen“ und ein Furtwanger Urgestein sei. In ihrem speziellen Lied wurden verschiedene Aktivitäten besungen wie die Rundfahrten mit dem Seitenwagen oder die Aktivitäten beim Trödlermarkt. Nicht zuletzt berichtete Roland Wehrle von einer heißen Nacht auf einem Campingplatz am Bodensee, wo sie wegen des vergessenen Schlüsselcodes über den Stacheldraht-Zaun klettern musste, was nicht ohne Spuren blieb.

Kurioses beim Nudisten-Camping

Auch über den neuen Oberhirsch Ludwig Ebner konnte er einiges berichten, etwa über ein kurioses Erlebnis beim Nudisten-Camping. Oder über eine Fahrt mit dem neuen Daimler über eine Wiese und durch einen Zaun in der Schweiz, wobei zum Glück außer dem Schaden am Auto nichts passiert sei.

Am Ende waren die Besucher eingeladen, Beiträge vorzutragen. Hier philosophierte Egon Bücheler über die Ehe und die Frauen. Nach dem offiziellen Teil sorgte Hirschkuh Britta Dotter mit ihren „4 lustigen 3“ für musikalische Unterhaltung.

Eine Spende von 1000 Euro überreicht die Aktiengesellschaft Hirschmontag an die Furtwanger Narrenzunft für die künftige Beleuchtung des Narrenbrunnens. Unser Bild zeigt (von links) von der Zunft Zunftmeister Dirk Friese und Säckelmeisterin Rosie Fautz sowie von der Aktiengesellschaft Hirschmontag Schatzmeister Christof Winker und Vorstandsvorsitzender Roland Wehrle.
Eine Spende von 1000 Euro überreicht die Aktiengesellschaft Hirschmontag an die Furtwanger Narrenzunft für die künftige Beleuchtung des Narrenbrunnens. Unser Bild zeigt (von links) von der Zunft Zunftmeister Dirk Friese und Säckelmeisterin Rosie Fautz sowie von der Aktiengesellschaft Hirschmontag Schatzmeister Christof Winker und Vorstandsvorsitzender Roland Wehrle. | Bild: Stefan Heimpel

Roland Wehrle machte deutlich, dass die Einlagen in die Aktiengesellschaft, die man beim Kauf einer Aktie leisten muss, zwar nicht rückzahlbar, aber dennoch gut angelegt seien. Denn man verwende dieses Geld immer wieder, um die Bedeutung des Hirschmontags-Brauches besonders hervorzuheben. So wurde vor einigen Jahren sowohl am Gasthaus „Goldener Raben“ als auch am Narrenbrunnen eine Tafel zum Hirschmontag angebracht.

Großzügige Spende für Narrenbrunnen-Beleuchtung

Nun überreichte der Vorstandsvorsitzende Roland Wehrle mit seinem Schatzmeister Christof Winker eine Spende von 1000 Euro an die Narrenzunft, vertreten durch Zunftmeister Dirk Friese und Säckelmeisterin Rosie Fautz, damit dann in diesem Jahr tatsächlich die farbige Beleuchtung des Narrenbrunnens realisiert werden kann.

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