Ostern ist das wichtigste Fest der christlichen Kirchen. Dabei wird das Osterfest überall, auch im Bregtal, mit mehreren ganz unterschiedlichen Gottesdiensten – beginnend mit dem Palmsonntag bis dann zum Festgottesdienst am Ostertag – gefeiert.

Altkatholiken und Protestanten feiern gemeinsam

Am Osterfest selbst ist es die Feier der Osternacht und dann der festliche Gottesdienst am Ostersonntag, der hier in ganz unterschiedlicher Weise gefeiert wurde. Die altkatholische und die evangelische Gemeinde begingen die Osternacht gemeinsam, gefolgt von den festlichen Gottesdiensten in den jeweiligen Pfarrkirchen.

Das Hochamt zum Osterfest am Sonntagmorgen wird vom katholischen Kirchenchor Vöhrenbach unter der Leitung von Isabella Heimpel mit der Messe in C von Charles Gounod feierlich gestaltet.
Das Hochamt zum Osterfest am Sonntagmorgen wird vom katholischen Kirchenchor Vöhrenbach unter der Leitung von Isabella Heimpel mit der Messe in C von Charles Gounod feierlich gestaltet. | Bild: Stefan Heimpel

Vier Feiern der Osternacht bei Katholiken

In der katholischen Seelsorgeeinheit Bregtal gab es in den verschiedenen Pfarrgemeinden gleich vier Feiern der Osternacht: am Samstagabend in Gütenbach mit Pfarrer Paul Demmelmair, in Schönenbach mit Salesianer-Pater Hans Siegmann und in Rohrbach als Lichtfeier mit Michael Schlegel. Dazu kamen am Sonntagmorgen noch die Feier der Osternacht in St. Cyriak sowie die Osternacht in Vöhrenbach mit Pfarrer Martin Schäuble.

Zuerst das Feuer gesegnet

Noch vor Sonnenaufgang um 6 Uhr trafen sich die Gläubigen vor der katholischen Pfarrkirche St. Cyriak. Pfarrer Paul Demmelmair segnete zuerst das Feuer, bevor er die Osterkerze entzündete und auch segnete.

Licht der Osterkerze weitergegeben

Mit den Gläubigen zog er in die noch dunkle Pfarrkirche ein, wobei das Licht der Osterkerze an die Gläubigen weitergegeben wurde und die Kirche immer mehr erhellte. Diese Form der Lichterfeier fand sich in allen Gottesdiensten zur Osternacht in den verschiedenen Gemeinden.

Bedeutung der Erinnerung

In seiner Predigt betonte Pfarrer Demmelmair die Bedeutung der Erinnerung. Er bezog sich dabei auf das Evangelium, in dem die Frauen am frühen Morgen beim leeren Grab von den dort anwesenden Männern aufgefordert wurden, sich zu erinnern, was Jesus über Tod und Auferstehung gesagt hatte. Diese Erinnerung ermögliche dann auch einen neuen Blick auf das aktuelle Geschehen, also das leere Grab.

Vom Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht schweigen die Kirchenglocken. In dieser Zeit werden die Gläubigen in Furtwangen mit dieser großen Rätsche zum Gottesdienst gerufen.
Vom Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht schweigen die Kirchenglocken. In dieser Zeit werden die Gläubigen in Furtwangen mit dieser großen Rätsche zum Gottesdienst gerufen. | Bild: Stefan Heimpel

Voll besetzte Pfarrkirche

Nach der Lichterfeier vor der Pfarrkirche St. Martin in Vöhrenbach zog auch Pfarrer Martin Schäuble in die an diesem Abend voll besetzte Pfarrkirche ein. Er bezog sich in seiner Predigt auf den Stein vor Jesu Grab, der am Morgen weggewälzt war. Genauso werde aber mit der Auferstehung auch der Stein von unserem Herzen weggeräumt. Auch heute noch sei Jesus unterwegs und begegne den Gläubigen im Evangelium ebenso wie in den Sakramenten.

Feierliche Messe von Charles Gounod

Der Festgottesdienst am Ostersonntag in der Pfarrkirche St. Martin wurde vom katholischen Kirchenchor Vöhrenbach-Urach unter der Leitung von Chorleiterin und Organistin Isabella Heimpel mit der Messe Nr. 7 von Charles Gounod feierlich gestaltet, die der Opernkomponist noch drei Jahre vor seinem Tod geschrieben hatte. Hier beeindruckte unter anderem das jubelnde Gloria oder der Lobgesang auf die Heil bringende Hostie direkt nach der Wandlung.

Verstehen nur mit Glauben möglich

Pfarrer Martin Schäuble machte deutlich, dass man das leere Grab gerade nur mit dem Glauben verstehen könne. Man frage sich: Wo ist er hin? Dies müsse man sich aber auch in der heutigen Welt und in der heutigen Kirche immer wieder fragen.

Üppigere Liturgie der Altkatholiken

Bereits seit rund 20 Jahren feiern die altkatholische Gemeinde in Furtwangen und die evangelische Kirchengemeinde Furtwangen beziehungsweise heute Bregtal gemeinsam die Osternacht in der altkatholischen Kirche. Nach den Worten von Pfarrer Lutz Bauer von der evangelischen Kirche sei die Liturgie zur Osternacht in der altkatholischen Kirche wesentlich „üppiger“ und damit auch ein beeindruckendes Erlebnis. Auch hier zogen die zahlreichen Gläubigen nach der Lichterfeier in die Kirche, die gerade der Auferstehung Christi geweiht ist, ein.

Für jeden ein Osterei

In seiner Predigt, ähnlich am Ostersonntag auch in Gütenbach, widmete sich Pfarrer Joachim Sohn den Frauen, die der Überlieferung nach Jesus vor der Grablegung nicht mehr wie üblich salben konnten, ihn dann nach dem Sabbat im Grab aber nicht mehr fanden. Und dann glaubten ihnen die Jünger diese Geschichte nicht einmal. Erst nach und nach fanden sie zum Glauben an diese Auferstehung. Zum Abschluss gab es für jeden Gottesdienstbesucher sogar noch ein Osterei.

Maria Magdalena im Fokus

In seiner Osterpredigt im Festgottesdienst am Sonntag, musikalisch gestaltet vom evangelischen Kirchenchor, widmete sich Pfarrer Lutz Bauer Maria Magdalena. Denn sie war trauernd am leeren Grab stehen geblieben, als die anderen Jünger gleich wieder zurückliefen. Und dann begegnete sie sogar Jesus, den sie zuerst für einen Gärtner hielt. Sie erfährt nun das Tröstliche der Auferstehung und darüber hinaus der allumfassenden Liebe, das zentrale Thema der Osterbotschaft.