Das Deutsche Uhrenmuseum gibt sich innovativ und präsentiert sich seinen Besuchern mithilfe neuer Medien. So lassen sich über das Smartphone ganz neue Museumsseiten entdecken.

Entdeckungstour

Das virtuelle Museum kann über das im Museumsgebäude angebotene WLAN mühelos betreten werden. Interessierte geben im Browser ihres Smartphones die Adresse www.dufw.mobi ein (oder scannen den entsprechenden QR-Code), und schon kann es auf Entdeckungstour gehen. Online angeboten werden Texte zu den Ausstellungsstücken, die sich im Smartphone oder Tablet anklicken und vergrößern lassen.

Aber auch Filme sind abzurufen, die laut Direktor Eduard Saluz die rasante Entwicklung bei der Uhrenproduktion darlegen. Wenn in den Anfängen der Uhrenproduktion ein Mitarbeiter noch mehrere, verschiedene Handgriffe bei der Fertigung zu erledigen hatte, wurden diese mit zunehmender Industrialisierung weniger, bis Maschinen einen großen Teil der Arbeit übernahmen.

Wandel der Zeit

Der Wandel der Zeit lässt sich auch in der aktuellen Sonderausstellung nachvollziehen. Unter dem Motto „Rasselbande – Die Wecker kommen!“ werden noch bis November die Besonderheiten des kleinen Plagegeists gezeigt, der einen morgens aus dem Schlaf reißt. So sind die verschiedenen Formen des Weckers anschaulich zu sehen und werden durch Hintergrundinformationen ergänzt. Bis schließlich der Wecker am Ende als Telefon daherkommt: Die heutigen Smartphones sind Vielkönner. Da ist Wecken nur ein Nebenschauplatz.

Gut verständlicher Dialekt

Aber zurück zum virtuellen Museum, das so virtuell gar nicht ist. Schließlich können die über Smartphone oder Tablet vorgestellten Objekte auch tatsächlich im Uhrenmuseum bestaunt werden. Doch es gibt noch zusätzliches Angebot. So sind online auf www.dufw.mobi auch mehrere Hörstücke anzuklicken. Dabei geben die Stücke ein historisches Ambiente wieder. Der Hörer fühlt sich auf diese Weise beim „Uhrenmacher im Schwefeldobel“ in eine frühere Zeit der Uhrmacherei versetzt. Die Personen, unter anderem die Figur des historischen Oskar Furtwänglers, sprechen in leichtem, noch gut verständlichem Dialekt. Unterstützt wird das Hörerlebnis durch typische Klänge in einer solchen Werkstatt des 19. Jahrhunderts wie Bohren oder Hämmern.

Tafeln weisen auf das virtuelle Museum hin.
Tafeln weisen auf das virtuelle Museum hin. | Bild: Markus Reutter

Andere interessante Einblicke geben die weiteren Hörstücke „Aus den Briefen des Schwarzwälder Uhrenhändlers Andreas Löffler“, einem Schwarzwälder, der im 19. Jahrhundert nach England gegangen ist, um dort Uhren zu verkaufen. In „Schwenningen und die Uhrenfabriken“ wird über die Industrialisierung der Stadt am Neckarursprung im Zuge der Uhrenherstellung im 19. und 20. Jahrhundert berichtet. Bei „Deutsch die Uhr! Deutsch der Klang!“ geht es um die Kienzle-Uhrenfabriken und deren Entwicklung eines „deutschen“ Gongschlags.

Originaltexte als Basis

Wie Eva Renz, Pressesprecherin des Deutschen Uhrenmuseums, anmerkt, greifen die Hörstücke auf Originaltexte zurück, um den Eindruck der historischen Zeitreise perfekt zu machen.

Das internationale Publikum kann ebenfalls in den Genuss des virtuellen Museums kommen. So gibt es diese Online-Plattform auch in Englisch und Französisch. Wie Renz anmerkt, würden gerade fremdsprachige Museumsbesucher gerne das virtuelle Museum nutzen. Aber auch deutschsprachige, mit dem Smartphone vertraute Gäste seien dankbar für diese Möglichkeit. Der eilige Besucher findet hier auch eine Möglichkeit, sich in kurzer Zeit über zwölf Glanzstücke des Museums zu informieren. Außerdem werden Spiele auf www.dufw.mobi angeboten, bei denen man sein Erinnerungsvermögen bei einem Memory-Spiel mit Uhrenmotiven testen oder ein Puzzle mit Uhrenteilen zu einem Ganzen zusammensetzen kann.

Virtueller Besuch auch mit PC

Ein Vorteil der Online-Plattform ist, dass sie ohne Apps arbeitet und in den Web-Auftritt des Uhrenmuseums integriert ist. So kann der virtuelle Besuch auch bequem von zu Hause aus am PC unternommen werden.

Informationen im Internet:
http://www.dufw.mobi