Mit dem Titel „Plätzchenzeit“ wird das Objekt des Monats Dezember 2018 im Deutschen Uhrenmuseum präsentiert. Es handelt sich um eine Küchenuhr mit zwei Kurzzeitmessern der Schramberger Firma Junghans aus der Zeit um 1960. Verbinden kann man damit Weihnachten, Backen von „Breedle“, Sicherheit in der Küche, Werbung und Uhrenfertigung.

Uhr denkt mit

Viel gebacken wurde und wird in der Adventszeit. Wer freut sich nicht über schmackhaft leckere, gut aussehende Springerle, Zimthörnchen, Basler Leckerli oder den Dresdner Stollen? Passte die Hausfrau nicht auf, dann kamen schwarze, verbrannte Produkte aus dem Herd.

Das sollte verhindert werden, und die Uhrenindustrie sprang in die Bresche. Hilfe kam von der „denkenden“ Junghans-Uhr, um die Backzeit im Griff zu haben. Damit nichts mehr anbrennt, dachte man in den 1950er-Jahren an die geplagten Hausfrauen. Etwas Passendes für sie musste her. „Gibt es ein nützlicheres Geschenk für die Hausfrau als diese denkende Küchenuhr, die sich alle Hausfrauen wünschten?“ Mit dieser Fragestellung ging Junghans das Problem an. Das Denken sollten die integrierten Kurzzeitmesser übernehmen.

Schriller Klingelton

Ein schriller Klingelton erinnerte die Köchin oder Bäckerin: Ran an den Herd und keine misslungenen Speisen oder Backkreationen mehr! Damit war auch ein ideales Präsent der Männerwelt erfunden. Mit einer Weckeruhr war es nicht getan. Die Firma Procter warb mit „ways to please a lady“ für Toaster, und eine Staubsaugerfirma versprach „Am Weihnachtsmorgen wird sie glücklicher sein mit einem Hoover“.

Angeblich wünschte sich sogar „Mrs. Santa Clause“ nichts sehnlicher als ein Bügelbrett, um im Sitzen die Wäsche fein säuberlich plätten zu können. Es war Wirtschaftswunderzeit, aber bis in unsere Tage werden immer wieder neue Küchenhelfer erfunden. Gerade der emanzipierten Frau kommen die elektronischen Heinzelmännchen entgegen.