Mit Macht ist Orkan Sabine am Montag über das Bregtal gezogen und brachte das öffentliche Leben fast völlig zum Erliegen. In Neukirch fiel stundenlang der Strom aus.

Schwer in Mitleidenschaft gezogen wird der Bregtallift am Staatsberg. Ein Baum ist auf die Stahlseile gefallen.
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wird der Bregtallift am Staatsberg. Ein Baum ist auf die Stahlseile gefallen. | Bild: Jürgen Liebau

Montag morgen, 10.30 Uhr im Rathaus. Bürgermeister Josef Herdner, Feuerwehr-Gesamtkommandant Jochen Löffler und Stadtkommandant Jürgen Scherzinger haben eine spontane Pressekonferenz einberufen, um einen Überblick über die Situation zu geben. Seit dem frühesten Morgen ist die Feuerwehr im Dauereinsatz, bis zum Nachmittag werden 18 Einsätze registriert.

Auch im Stadtgebiet blockieren Äste oder gar umgestürzte Bäume die Straßen. Unser Bild zeigt die Unterallmendstraße am Montagmorgen.
Auch im Stadtgebiet blockieren Äste oder gar umgestürzte Bäume die Straßen. Unser Bild zeigt die Unterallmendstraße am Montagmorgen. | Bild: Scherzinger

„Um 5.15 Uhr kam der erste Notruf“, berichtet Scherzinger. Auf der Bundesstraße 500 im Bereich der Kalten Herberge blockierte ein Baum die Fahrbahn. „Als wir die B 500 erreichten, kamen wir gerade bis zur Abzweigung Neukirch, da lag schon der nächste Baum“, so der Stadt-Kommandant.

Das könnte Sie auch interessieren

Die viel befahrene Schwarzwaldhochstraße wurde sofort gesperrt. Zwar konnten im Verlauf des Tages die Hindernisse beseitigt werden, um eine Zufahrt zum Krankenhaus in Neustadt zu bekommen, doch die Straße wurde bis zum Nachmittag für den Allgemeinverkehr gesperrt.

Bürgermeister Josef Herdner (rechts) bespricht mit Stadtkommandant Jürgen Scherzinger die Lage.
Bürgermeister Josef Herdner (rechts) bespricht mit Stadtkommandant Jürgen Scherzinger die Lage. | Bild: Jürgen Liebau

Gefällte Elektrizitätsleitung steht weiter unter Strom

Sicherheit stand in diesen Stunden ganz oben an. Auf der Straße zwischen Rohrbach und Schönbach fällte der Sturm einen Strommasten, der Stumpf blieb aber auf der Böschung stehen und wurde vom Kabel getragen, das weiterhin unter Strom stand und über der Fahrbahn hing. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb die Straße den ganzen Tag über gesperrt. Stundenweise ging auch nichts mehr auf der Rabenstraße oder ins Hexenloch. Vor allem die Nebenstrecken in waldreichen Gebieten mussten erst einmal warten.

Bereits am späten Sonntagabend wurde sicherheitshalber der Narrenbaum auf dem Marktplatz gefällt.
Bereits am späten Sonntagabend wurde sicherheitshalber der Narrenbaum auf dem Marktplatz gefällt. | Bild: Jürgen Liebau

Kurzer Prozess mit dem Narrenbaum

Überall gab es Schäden. In der Allmendstraße fiel ein Baum auf ein parkendes Auto. Das Solardach des Bregtalbades wurde herabgerissen und zerstört. Kurzer Prozess wurde mit dem 25 Meter hohen Narrenbaum gemacht, der noch am Samstag unter dem Jubel des Volkes auf dem Marktplatz aufgepflanzt wurde. In Absprache mit Bürgermeister Herdner wurde das Fasnetssymbol am späten Sonntagabend von der Baumsetzertruppe gefällt.

Unterricht fällt aus, Firmen bleiben geschlossen

Fast völlig zum Erliegen kam das öffentliche Leben. In sämtlichen Schulen fiel der Unterricht aus, mehrere Firmen blieben geschlossen und auch Bürgermeister Herdner ordnete an, dass die Rathausmitarbeiter zuhause bleiben sollten. Kindergärten und Tagesstätten blieben teilweise geöffnet. Auch am heutigen Dienstag bleiben die städtischen Schule geschlossen, erklärte Jürgen Scherzinger. Neben den Furtwanger Schulen gilt dies auch für die Schulen in Vöhrenbach und Gütenbach.

Städtischer Bauhof im Dauereinsatz

Im Dauereinsatz war auch der städtische Bauhof, der viele Schäden beseitigte und Sicherungsmaßnahmen ergriff. Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das Rote Kreuz. Bürgermeister Josef Herdner sprach allen Einsatzkräften ein herzliches Dankeschön aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Lage entspannt sich am Nachmittag

Am Nachmittag ließ der Sturm nach, die Lage entspannte sich, schließlich konnte auch die B 500 wieder vollständig freigeben werden. Die Feuerwehr hatte ihre Aufgaben erledigt, nun sind Forstbetriebe und Privatwaldbesitzer an der Reihe, die Waldwege und Hofzufahrten wieder frei zu bekommen.

Bloß nicht in den Wald

Der Kommandant warnt die Einwohner dringend davor, derzeit den Wald zu betreten oder zu befahren. An vielen Stellen drohen weitere Bäume umzukippen. Auch der Einsatz der Motorsäge kann gefährlich sein, wenn gefallene Bäume unter Spannung stehen.

Nächster Sturm droht schon

Auch heute werden noch starke Winde erwartet, warnt das Landratsamt. Erst ab Mittwoch wird es nach Auskunft der Meteorologen etwas ruhiger, „doch am Samstag und Sonntag könnte es schon wieder einen neuen Sturm geben. Dann drohen im Westen und Norden erneut schwere Sturmböen um 100 Stundenkilometer“ warnt Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

Das könnte Sie auch interessieren