Der Gütenbacher Landmarkt liefert auf Wunsch täglich in Gütenbach Bestellungen aus. „Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen“, so formuliert Jürgen Schonhardt auf einem Flugblatt, das er über Facebook, in seinem Laden und an anderen Stellen publik machte.

In Krisenzeiten zusammenhalten

Corona zum Trotz“ gelte es, zusammen zu halten. Und so richtete er am Anfang der vergangenen Woche bereits einen Lieferservice für seine Kunden ein. Denn zu seinen Kunden gehören auch viele ältere Mitbürger, die in der aktuellen Situation unsicher sind, ob sie überhaupt noch in einen Laden kommen können oder sollen.

Und nachdem er erste Auslieferungen aus diesem Grund übernommen hatte, sagte er sich: dieses Angebot kann ich ja auch für alle meiner Kunden in Gütenbach machen. Anfang der vergangenen Woche hängte er dieses Angebot aus und macht es auch im Facebook-Account seines Landmarktes öffentlich.

Lieferservice kommt an

Die Nachfrage war auf Anhieb groß. Drei bis fünf Kunden sind es jeden Tag, die sich so beliefern lassen. Dabei ist, wie auch sonst im Laden, die Nachfrage zum Wochenende hin größer, Anfang der Woche dagegen relativ gering. Ansonsten spürt er in seinem Landmarkt die aktuelle Situation nicht sehr stark. Es sind ein paar Kunden mehr, die ins Geschäft kommen. Beispielsweise Gütenbacher, die aufgrund der aktuellen Situation zu Hause arbeiten.

Nur Toilettenpapier war ausverkauft

Die Kundschaft sei auch „relativ vernünftig“ gewesen. Eigentliche Hamsterkäufe konnte er keine verzeichnen. Lediglich das Toilettenpapier war anfangs ausverkauft und dann auch eine Woche lang nicht wieder lieferbar. Dann konnte er zumindest am frühen Morgen noch nach Freiburg fahren und im Großmarkt wieder Nachschub mitnehmen. Ebenso deckt er sich dort auch mit Mehl ein, das aktuell besonders stark nachgefragt wird und in manch anderen Läden sogar komplett ausverkauft war.

In diesem Zusammenhang fehlt dann auch bis heute die Trockenhefe, die noch nicht wieder nachgeliefert wird. Insgesamt werde aber auch mehr gekauft, die Vorräte im Laden sind deutlich schneller weg als üblich.

Grundversorgung im Ort wichtig

Gerade die jetzige Situation macht für Schonhardt deutlich, wie wichtig eine Grundversorgung im Ort gerade auch für ältere Menschen sei. Doch die relativ geringe Nachfrage in den ersten vier Jahren seines Marktes hätten es ihm immer wieder schwer gemacht. „Vielleicht sollten auch die Enkel einsehen, dass sie ab und zu in Gütenbach einkaufen und damit für ihre Großeltern die Einkaufsmöglichkeit erhalten“, so Jürgen Schonhardt.

Noch eine besondere Situation gibt es gerade im Zusammenhang mit dem Corona-Virus: Jürgen Schonhardt achtet unter anderem darauf, dass bei den offenen Produkten wie dem Obst nicht erst einmal jedes Stück befingert wird und dann das unterste gewählt wird. Hier musste er schon ab und zu einmal Kunden darauf hinweisen, dass sie das, was sie in den Händen gehabt haben, dann auch kaufen müssen und nicht wieder zurücklegen.

Haltbare Lebensmittel sind gefragt

Und noch eine Beobachtung macht Jürgen Schonhardt: besonders gut gehen haltbare Lebensmittel wie beispielsweise Wurstkonserven.

Sein Lieferant, die Metzgerei Winterhalter, bietet darüber hinaus auch eigene Eintöpfe haltbar in der Konserve an, was jetzt ebenfalls deutlich mehr nachgefragt werde. Und so nimmt er dann an jedem Morgen die Bestellungen auf und liefert sie in der Mittagspause aus. Dabei hofft Winterhalter natürlich, dass ihm zumindest auch noch eine kleine Pause für das eigene Mittagessen bleibt.