Beim Treffen aus Anlass der Kirchengemeinderatswahl im evangelischen Gemeindehaus erhielt das Gotteshaus in der Baumannstraße nun auch offiziell den Namen Melanchthon-Kirche. Und auch die evangelischen Gemeinden von Furtwangen, Gütenbach und Vöhrenbach sind nun zusammengeschlossen zur evangelischen Kirchengemeinde Oberes Bregtal.

Namensgebung schon länger Thema

Pfarrer Lutz Bauer wies darauf hin, dass seit längerer Zeit eine Namensgebung der Kirche im Gespräch sei. Man wolle ein spezielles Profil schärfen, ohne die Ökumene zu vernachlässigen, denn wenn Christus in der Mitte stehe, könnten Christen einen gemeinsamen Weg gehen. Bevölkerungsentwicklung und Zuweisung von Kirchenmitteln machten Abstriche nötig. Bauer dankte allen Mitwirkenden und betonte, dass ein Pfarrer der Gemeinde erhalten bleibe.

Glückwünsche von allen Seiten

Bürgermeisterstellvertreter Manfred Kühne findet die Namensgebung gut, denn aus eigener Erfahrung bleibt „ein Name im Kopf stecken“. Kühne wünschte viel Glück bei künftigen Entscheidungen und betonte, dass bei den politischen Gemeinden interkommunale Arbeit gewünscht sei. Auch Gemeinderat Albert Schwörer aus Vöhrenbach betonte, dass wichtig sei, „das Gemeinsame voranzutreiben“.

Brückenbauer seien wichtig, hob auch Dorothea Nopper von der katholischen Kirche hervor. Es bestünde ein gutes Verhältnis unter den Konfessionen. Auch wenn es viel zu tun gebe, seien Berührungspunkte wie Schulgottesdienste wichtig. Bei einem Büffet von Gabriele Sander-Bauer und ihrer Mutter und einem Gläschen Sekt konnten die Gäste ihre Gedanken austauschen.

Der Namensgeber

Philipp „Schwarzerd“ wurde 1497 im badischen Bretten geboren. Sein Name wurde zu Melanchthon lateinisiert. Er war Kenner der griechischen Sprache, wurde Professor, schloss sich der Reformation an und wurde enger Mitarbeiter Martin Luthers. Er war am Marburger Religionsgespräch beteiligt, sorgte sich um das Kirchen- und Schulwesen und organisierte das Hoch- und Lateinschulwesen. Er avancierte zum „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) und prägte mit dem Augsburgischen Glaubensbekenntnis die protestantische Lehre. Der „sanfte Reformator“ verstarb am 19. April 1560 in Wittenberg.