Unter dem Titel „Das ABC der Zeit“ stellte das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen das Objekt des Monats vor. Es handelt sich um eine Tischuhr mit Weltzeit-Anzeige der Firma Weber & Aeschbach aus Pforzheim. Entstanden ist das Werk 1954/1955.

Das Objekt gibt historische Hinweise und wirft die immerwährende Frage nach der Darstellung der Zeit auf. Dahinter steht die Idee des Kanadiers Sandford Fleming (1827–1915), der 1876 vorschlug, die Erde in 24 Zeitzonen einzuteilen. Jede Zone sollte einen Buchstaben des Alphabets erhalten. In Abständen von einer Stunde wurden sie eingeordnet. A galt für Sibirien und rund um die Welt reichte die Skala bis Y für China. Hintergrund war die industrielle Entwicklung und vor allem der aufkommende Zugverkehr.

Die Eisenbahn galt im 19. Jahrhundert als Symbol von Modernität und Fortschritt. Die Schwierigkeit jedoch waren die nach der Sonnenzeit orientierten unterschiedlichen Ortszeiten. Das warf Probleme mit den Fahrplänen auf. Die Lösung waren Zeitzonen, die zum Standard wurden und sich bis heute behaupten. Die alphabetische Bezeichnung jedoch setzte sich jedoch nicht durch. Für Deutschland würde „Zone N“ gelten, jetzt jedoch ist für die mitteleuropäische Zeit „MEZ“ für jedermann ein Begriff. Das Ablesen der Zeit beim Zonen-ABC ist nicht leicht.

Die Betrachter müssen beim „Arctos Horometer“ der Pforzheimer Erbauer genau hinsehen, um sie genau zu erkennen. Die Besucher dürfen also auf Suche gehen, um dem hell glänzenden Zeitmesser seine Geheimnisse zu entlocken. Die beigefügte Zeitzonentafel sollte dabei helfen.

Geöffnet ist das Uhrenmuseum täglich von 9 bis 18 Uhr. Führungen gibt es um 11 Uhr oder nach Vereinbarung. Telefon: 07723/920 28 00. Informationen im Internet: deutsches-uhrenmuseum.de