Die Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck wurde bezaubernd und qualitätsvoll in der Furtwanger Festhalle aufgeführt. Das Gemeinschaftswerk des Orchesters der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen (JMS), des Projektchores der Anne-Frank-Schule, der Richard-Dorer-Schule Schönwald, ehemaliger JMS-Schüler und der Kleinkinder um Liliana Fischer war rundherum gelungen. Passend war die Maske (Karin Beck), für perfekte Technik sorgte Hans Hackl und die Bewirtung übernahm der Freundeskreis.

Das Werk wurde durch G. Buchner arrangiert und durch Marion Bachmann in die dargebotene Form gegossen. Sie übernahm die Theaterleitung und war neben Daniel und Florian Bachmann (Violine/ Cello) Subdirigentin.

Halle bis auf den letzten Platz besetzt

Bis auf den letzten Platz war die Festhalle besetzt, um die musikalische und darstellerische Leistung zu bewundern. Zauberhaft waren die bunten, vielfältigen Kostüme, gekonnt wurden die Szenenbilder eingeblendet und erstaunen ließ das riesige Streicherensemble, ergänzt durch einige Bläser und Pauken.

Solisten verdienen Sonderlob

Besonderes Lob verdienten die klare Artikulation der Solisten, ihr deutlicher, kraftvoller Gesang und die bestens einstudierte Choreografie. Alles wurde zur Augen- und Ohrenweide. Das Flair der Kinder-Oper vermittelte bereits der erste Aufzug mit der Ouvertüre, die wesentliche Elemente verdichtete: „Abends will ich schlafen gehn“, Kinderthema, Hexenmotiv, Freudenreigen, Rhythmus und Hexentanz vereinten sich in ansprechender Weise.

Marion Bachmann (links) mit ihrem Chor der Sternsinger. Sie hat die Märchenoper in die entsprechende Form gegossen und die Theaterleitung übernommen.
Marion Bachmann (links) mit ihrem Chor der Sternsinger. Sie hat die Märchenoper in die entsprechende Form gegossen und die Theaterleitung übernommen. | Bild: Siegfried Kouba

Eine kindliche Zauberwelt mit Waldgeistern, Vögeln und Elfen tat sich auf. Hänsel (Laura Fehrenbach) und Gretel (Annalena Bachmann) sind zuhause und singen bei Besenbinden und Strickarbeit „Suse, liebe Suse“. Angenehm war die Posaune heraus zu hören. Gekonnt getanzt und gesungen wurde von den beiden Hauptfiguren und dem Chor das „Brüderlein, komm tanz mit mir“ und zum Unglück „der armen Leute“ stürzt der Milchtopf um.

Mutter Gertrud (Saskia Spath) schickt die Kinder in den Wald, um Erdbeeren zu holen und zu Con-sordino-Streichern hört man den Vater (Milena Pfaff) „Hunger ist der beste Koch“ singen. Doch er konnte reichlich Essen mitbringen.

Die Hauptakteure der Märchenoper: Stehend (von links) Gretel (Annalena Bachmann), die Mutter (Saskia Spath), Vater (Milena Pfaff), Hänsel (Laura Fehrenbach) und vorn die Hexe (Maya Schilli).
Die Hauptakteure der Märchenoper: Stehend (von links) Gretel (Annalena Bachmann), die Mutter (Saskia Spath), Vater (Milena Pfaff), Hänsel (Laura Fehrenbach) und vorn die Hexe (Maya Schilli). | Bild: Siegfried Kouba

Derweil suchen die Kinder Hagebutten, die mit jungen Früchtchen „Ein Männlein steht im Walde“ singen. Mit Kuckuck und Eierschluck füttern sich Hänsel und Gretel gegenseitig, doch bald taucht mit Nordlichtern die Nacht über den Bergen auf. Der kleine Sandmann (Luisa Bachmann) singt sein Abendlied und Sterntaler-Engel füllen den Himmel. Zum Pizzicato der Streicher tanzt und singt die unbeschwert agierende Hexe (Maya Schilli) zu dramatischer Musik. Die Kinder erwachen, knuspern am Pfefferkuchenhaus und befreien sich mit köstlichen „Besen-Gitarren“ aus dem Bann der Magierin. Mit großem Finale klang alles aus, wofür es langen, herzlichen Applaus gab.