„Der Fuchs ist wahnsinnig intelligent“, weiß der Leiter des Hegerings Oberes Bregtal, Erich Straub, aus Erfahrung. Doch die Jäger haben auch so ihre Tricks, um die Tiere vor die Flinte zu bekommen.

  • Fuchswoche: Zur jährlichen Fuchswoche ruft der Hegering vom 28. Januar bis 4. Februar auf. Dann soll es den Pelztieren an den Kragen gehen. Schließlich sind sie nach Meinung Straubs zumindest einer der vielen Gründe, weshalb das unter Schutz stehende Auerwild in seinen Bestandszahlen zurückgeht. Der Fuchs, wie auch anderes Raubwild, fresse gerne die Jungvögel der Auerhühner, aber auch die erwachsenen Tiere, die nicht gerade die schnellsten Flieger seien. Angesichts ihres Gewichts bräuchten sie eine gewisse Zeit beim Start, erklärt Straub. Eventuell zu lange, bis der Fuchs den Vogel doch noch erwischt. Aber auch die Vogeleier verschmähe das Raubwild nicht.
  • Bilanz 2017: Üblicherweise werden während der Fuchswoche am Jahresanfang um die 20 bis 25 Tiere erlegt, nicht nur Füchse, auch andere Nachsteller des Auerwilds wie Marder oder Iltisse würden geschossen, erklärt Straub. Im vergangenen Jahr lief es besonders gut für die Jäger: 44 Füchse, drei Marder und ein Iltis lautet deren Bilanz an erlegten Tieren. Der Schnee sei damals verharscht gewesen, das biete dem Fuchs gute Bedingungen, vorwärtszukommen und zu jagen. Und dabei Gefahr zu laufen, von einem Jäger entdeckt zu werden.
  • Stadt- und Landfüchse: Natürlich möchte das Raubwild nicht selbst zur Beute werden. Wenn es auf seiner Tour durch die nächtliche Winterlandschaft Witterung von einem Menschen aufnimmt, läuten offensichtlich die Alarmglocken. „Dann ist der Fuchs weg“, beschreibt Straub das scheue Verhalten des Pelztieres. Zumindest hierzulande. Anders sieht es in größeren Städten und zersiedeltem Gebiet auf. „Da wachsen die Füchse mit Verkehr und Leuten auf“, erklärt Straub die geringe Fluchtdistanz bei Stadtfüchsen. Dort würden sie ja auch nicht geschossen. Ganz anders im Schwarzwald. Da reiche das Klicken des Metalls beim Entsichern eines Gewehrs noch in 50 bis 60 Metern Entfernung, und der Fuchs nehme Reißaus, weiß Straub.
  • Köder locken: Bei so viel Vorsicht, die das Tier walten lässt, braucht es beim Jäger neben Geduld noch andere Methoden, um nicht die ganze, kalte Winternacht über auf dem Ansitz vergeblich auf das Ziel zu warten. So gibt es spezielle Pfeifen, die den Schrei einer Maus oder eines Hasen imitieren – beide beliebte Beutetiere des Fuchses. Wenn der Jäger den Pfiff möglichst akzentfrei beherrscht, kann der Fuchs darauf reinfallen und näher kommen. Eine weitere Methode ist das Ködern mit Fleisch. Hierzu kann der Jäger beispielsweise Innereien eines erlegten Rehs auslegen und darauf hoffen, dass der Duft für einen hungrigen Fuchs zu verführerisch ist. Denn auch hier seien die Tiere misstrauisch und schöpften womöglich Verdacht, dass sich in der Nähe des Köders ein Jäger verberge, berichtet Straub.
  • Nur Winterfell wertvoll: Füchse dürfen laut Straub zwischen dem 1.
    August bis Ende Februar erlegt werden. Doch erst mit dem Winterfell, das das Tier nach einigen Frosttagen entwickle, gewinne das Fell an Wert. Deshalb sei die Fuchswoche bewusst auf die jetzige Zeit am Jahresanfang gelegt. Die erlegten Tiere würden dann einem Unternehmer verkauft. Für ein einwandfreies Fell bekomme man von dem Abnehmer um die acht Euro. Wenn ein größeres Loch vom Einschlag der Gewehrkugel zu sehen sei, entsprechend weniger. Und wenn ein Fuchs an der sogenannten Räude leide, einer durch Milben hervorgerufenen Hauterkrankung, gebe es gar kein Geld, weil das Fell dann Haare verliere.
  • Gut fürs Auerwild: Straub räumt ein, dass sich die Bejagung des Fuchses nicht merklich auf dessen Bestand auswirkt. „Es sind in einem Jahr mal mehr, dann mal wieder weniger.“ Der Hegeringleiter geht trotzdem von einer positiven Wirkung auf das Auerwild aus. Dieses leide jedoch nicht nur unter dem sogenannten Raubwild. Hinzu komme der menschliche Einfluss. Der ideale Lebensraum für Auerwild müsse eine gewisse Struktur aufweisen, seien es Heidelbeersträucher als Nahrung, aber auch als Versteck, außerdem Wald, in dem die Bäume nicht zu dicht und nicht zu weit auseinanderstünden. Hinzu komme die Störung durch erholungssuchende Menschen. Ein neuer Trend seien Wanderungen mit Schneeschuhen. Das verleite dazu, die üblichen Wanderwege zu verlassen und dem Auerwild damit noch mehr ins Gehege zu kommen. Doch noch gebe es die seltenen Vögel im Hegering Oberes Bregtal. Straub weist auf den Bereich bei der Martinskapelle und in der Nähe von Hammereisenbach hin.
    Im Frühjahr würden die Jäger sich besonders nach dem Vogel umschauen, bereits um 4 Uhr in der Früh vor Ort sein, bis die Balzgeräusche ertönten, um Hinweis auf den Bestand des Auerwilds zu erhalten. Auf die Vögel werde natürlich nicht geschossen.
  • Abschied mit Musik: Diesen Schutzstatus genießt der Fuchs nicht. Doch den erlegten Tieren wird am Ende der Fuchswoche noch ein musikalisches Geleit gegeben. So spielen am Sonntag, 4. Februar, ab 11 Uhr auf dem Grundhof in Rohrbach die Jagdhornbläser vor den toten Füchsen auf, bevor sie dann vom Unternehmer abgeholt und ihnen das Fell abgezogen wird. Der Jäger mit den meisten Fuchsabschüssen erhält außerdem noch eine kleine Ehrennadel.

Die Fuchsjagd

Die Jägervereinigung des Hegerings Oberes Bregtal umfasst neben Furtwangen auch Vöhrenbach und Gütenbach. Wie Leiter Erich Straub erklärt, habe der Hegering rund 70 Mitglieder, davon würden sich erfahrungsgemäß etwa zehn an der Fuchswoche beteiligen. Diese Form der intensiven Fuchsbejagung gebe es seit etwa zehn Jahren und sei wegen des Auerwildschutzes ins Leben gerufen worden. Die Bejagung sei nicht nur für das Auerwild von Bedeutung. Im Hinblick auf die Übertragung von Krankheiten wie Tollwut oder den Fuchsbandwurm sei es auch für den Menschen wichtig, den Bestand des Fuchses so gering wie möglich zu halten. Glücklicherweise gebe es im Oberen Bregtal „nicht übertrieben viele Füchse“, so Straub. Anders sei das beispielsweise auf der Baar, wo der Fuchsbestand seines Erachtens wesentlich höher sei. Das liege vermutlich daran, dass dort mehr Getreide angebaut werde und es dadurch mehr Mäuse gebe – eine beliebte Beute des Fuchses.